Mittwoch, 17. März 2010
Harte Wochen für Allergiker : Der Frühling kommt - kurz
Der Frühling kommt. Die Frage ist nur, wie lange bleibt er. n-tv Meteorologe Björn Alexander im Interview über die Wetteraussichten und ein Thema, das rund ein Viertel aller Deutschen betrifft: Allergien. Experten erwarten gerade für Allergiker gegen die sogenannten Frühblüher einige anstrengende Wochen.
n-tv.de: Am Wochenende beginnt kalendarisch der Frühling. Björn, können wir uns damit auch auf frühlingshaftes Wetter freuen?
Björn Alexander: Im Prinzip schon. Zumindest, was die Temperaturen angeht. Mit denen geht es nämlich in den nächsten Tagen deutlich aufwärts. Am Samstag gibt’s mal abgesehen von den Küstenregionen und dem höheren Bergland zweistellige Temperaturen. Im Südwesten könnte sogar die 20-Grad-Marke geknackt werden. Ansonsten sind es oft 14 bis 18 Grad. Und auch die Nachtfrostgefahr ist damit in den meisten Landesteilen erst einmal gebannt.
Okay, frühlingshafte Temperaturen. Was aber macht die Sonne?
Die kann es mit dem Frühlingsbeginn bereits auf 12 Betriebsstunden bringen. Denn über dem Äquator stehend, bringt sie uns die Tag-Nacht-Gleiche. Davon überzeugen, dass das so ist, können wir uns am Wochenende aber leider nicht mehr so richtig. Zwar kann sich die Sonne zwischendurch mal zeigen. Immer wieder ziehen aber auch Regenwolken durch. Ab Freitag wird es von Westen her nämlich zunehmend wechselhaft.
Björn Alexander
Und was erwartet uns nach dem Wochenende? Bleibt der Frühling?
Das ist aus heutiger Sicht leider mehr als fraglich. Denn nach so kalten Wintern kommt der Frühling eher schubweise. Das haben wir ja bereits mit der ersten Milderung Ende Februar erlebt. Die wurde ganz schnell wieder vom “Märzwinter” abgefangen. Und der März kann eben auch ein Monat der Extreme sein. Letzte Woche zweistellige Nachtfröste, diese Woche an die 20 Grad. Und für die nächste Woche sieht es leider wieder nach einer Abkühlung aus. Das dürfte zwar nicht der Dauerfrost mit einer flächendeckenden Schneedecke sein. Verbreitet dürften die Werte aber wieder um 5 bis 12 Grad liegen. Und nachts steigt damit leider wieder die Gefahr von Nachfrösten.
Bei so viel Hin und Her, was sagt denn die Natur bzw. die Vegetation dazu?
Die ungeduldigen Gärtnerinnen und Gärtner unter uns, die in diesen Tagen schon Ihre Blumenkästen oder Gärten bestücken,sollten sich darauf einstellen, die Pflanzen abzudecken. Auch die Beratung im Fachhandel, welche Pflanzen den leichten Frost überstehen können, kann mit Sicherheit nicht schaden. Grundsätzlich sind die nächtlichen Frostphasen natürlich nicht mehr so streng und so lang wie im Hochwinter. Den natürlichen/naturnahen Bestand dürfte das so sehr nicht stören. Grundsätzlich geht es zwar vergleichsweise spät in die Vegetationsphase. Das holt die Natur aber rasch wieder auf.
Das merken die Allergiker unter uns sicherlich auch?
Ja, das stimmt. Sobald die Tage lang genug sind und es mildere Werte gibt, können Erle und Hasel normalerweise ihre Pollen ausbringen. Das kann in milden Wintern schon mal Ende November/Anfang Dezember sein. Richtig los geht es aber üblicherweise um Anfang Februar. Nach diesem Winter hängt die Vegetation aber etwas hinterher. Damit können die Pollenkonzentrationen der ersten Frühblüher jetzt schon mal vergleichsweise hoch ausfallen. Besonders heftig dürfte aber in diesem Jahr der Flug von Birkenpollen sein.
Hängt das auch mit dem langen Winter zusammen?
Ja, auch. Maßgeblich ist aber ein anderer Zyklus. Birken haben zur Populationssicherung alle zwei Jahre ein sogenanntes Mastjahr, in dem die Birke ganz besonders viele Pollen produziert. Das war 2006 oder 2008 auch schon so. Die Kollegen der Freien Universität Berlin, die eine “Pollenfalle” betreiben, zählten teilweise an die 10.000 Birkenpollen pro Kubikmeter Luft. Und in diesem Jahr steht wieder ein Mastjahr nach einem langen Winter an.
Selber auch allergisch?
Ja, leider. Zwar erst seit ein paar Jahren. Aber mir haben’s besonders die Birken angetan.
Na dann, mal alles Gute für die kommenden Wochen.
Danke!
Wie wird das Wetter in meiner Region?


