Panorama

Vierfachmord von EislingenDer Sohn spricht

02.12.2009, 14:27 Uhr

Vier Menschen starben in der Nacht zu Karfreitag im baden-württembergischen Eislingen. Erstmals gesteht der Sohn der getöten Familie vor Gericht seine Beteiligung an der kaltblütigen Tat.

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Die Tat hat ganz Deutschland erschüttert. (Foto: dpa)

Er habe allerdings nicht selber die tödlichen Schüsse auf seine Eltern und beiden Schwestern abgegeben, gab der 19-Jährige laut seinem Verteidiger Hans Steffan vor dem Landgericht Ulm zu Protokoll. Die Aussage seines Mandanten Andreas H. decke sich damit mit der des mitangeklagten Schulfreundes, sagte der Anwalt des angeklagten Sohnes in einer Verhandlungspause.

Frederik B. hatte bereits gestanden, in der Nacht auf Karfreitag alleine auf Bitten von Andreas H. dessen Familie mit 30 Schüssen ermordet zu haben. Andreas H. habe die familiäre Situation als Grund angeführt, sei dazu aber bislang nicht weiter befragt worden, sagte Steffan.

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Das Motiv ist noch immer unklar. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Frederik B. hatte vor einigen Wochen ausgesagt, Andreas H. habe sich in seiner Familie nicht mehr wohl gefühlt und schon 2008 Tötungsabsichten entwickelt. Dem habe er sich nicht entziehen können. Die Ermittler gingen bislang aber davon aus, dass die beiden jungen Männer die Familie gemeinsam aus Habgier ermordet haben. So habe der zur Tatzeit 18-jährige Andreas H. 256.000 Euro seiner Mutter alleine erben und seinen 19-jährigen Freund daran beteiligen wollen.

Vergangene Woche hatte Andreas H. vor Gericht bereits die ihm und seinem Schulfreund ebenfalls angelasteten Diebstähle gestanden. So sollen die beiden Angeklagten unter anderem im Oktober 2008 die beiden Tatwaffen und 15 weitere Waffen bei einem Einbruch in das Eislinger Schützenheim gestohlen haben. Der Vierfachmord wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Nur wenige Journalisten sind zugelassen. Diese müssen allerdings bei der Vernehmung der Angeklagten den Saal verlassen. Nur die Eltern von Frederik B. durften erneut der Aussage folgen.

Quelle: dpa