Frostige Temperaturen und GlätteDer Winter kommt zurück

Die Hoffnung auf einen schnellen Frühlingsanfang wird enttäuscht. Der Januar war bisher zwar ungewöhnlich mild, aber das bleibt nicht so. In den nächsten Tagen wird es wieder kalt. Auch Schnee ist angekündigt.
Der Dezember war eisig mit viel Schnee, der Januar erinnert schon fast an den Frühling. Aber die milden Zeiten sind vorerst zu Ende. n-tv.de spricht mit dem n-tv Meteorologen Björn Alexander über die Aussichten, die Abweichung vom Durchschnitt und das Hochwasser.
n-tv.de: Björn, manch einem mögen die vergangenen Tage schon wie der Ausbruch des Frühlings vorgekommen sein. Das ist jetzt aber vorbei?
Björn Alexander: Danach sieht es aus. Denn die Großwetterlage stellt sich nachhaltig um und damit kommen wir wieder in den Einflussbereich von kalter Luft samt Schnee, Eis und Straßenglätte. Die außergewöhnlich milde Luft aus südwestlichen Richtungen muss weichen und von Norden wird es kälter mit Schneeregen und Schnee.
Mit ähnlich heftigen Schneefällen wie im Dezember?
Vorerst einmal eher nicht. Die Wetterlage ist zwar auch winterlich, aber nicht mit der vom Dezember zu vergleichen. Das heißt konkret: Die Schneefallgrenze sinkt von Norden und Nordwesten her bis herunter ins Flachland und ab Donnerstag kann es dann immer wieder zeitweilige, aber meist nur schwache bis mäßige Schneefälle geben. Ergiebiger kann es vornehmlich in den Staulagen der Gebirge schneien. Eine eher typische, mitteleuropäische Winterwetterlage also, die uns zwischen den Schauern auch mal Sonne bringen kann.
Das passt ja eigentlich nicht zu den vergangenen Wochen. Denn “typisch” war das Wetter ja eher selten.
Der Winter war bisher auf jeden Fall in vielerlei Hinsicht auffällig. Im Vergleich zum langjährigen, also klimatischen Mittel war der Dezember 2010 - landesweit betrachtet - zu nass. Das alleine macht ihn natürlich noch nicht besonders. Allerdings mit einer durchschnittlichen Temperaturabweichung von etwa minus vier Grad war es eben extrem schneereich und eisig.
Dann brachten uns das teilweise extreme Tauwetter in Verbindung mit viel Regen die nächsten Extreme: ein vorgezogenes Frühjahrshochwasser und neuerlich außergewöhnliche Temperaturabweichungen. Nur diesmal in die andere Richtung. Der Januar 2011 ist bisher gut drei Grad zu warm. Im Januar 2010 hatten wir eine ähnliche Abweichung, jedoch mit anderem Vorzeichen, der war nämlich knapp drei Grad zu kalt.
Und da kommen wir jetzt auch wieder hin?
So extrem schaut es derzeitig dann doch nicht aus. Denn der Winter 2010/2011 scheint auch "Durchschnitt” zu können. Mit den Tagestemperaturen geht es bis in die kommenden Woche hinein wieder öfter in den Frostbereich. Am Wochenende liegen die höchsten Werte noch bei circa minus 4 bis plus 4 Grad. In der kommenden Woche sind es dann meistens minus 5 bis plus 3 Grad. Nachts wird es damit sowieso frostig und bereits in den Nächten zum Donnerstag und zum Freitag müssen wir schon wieder verbreitet mit frostigen Temperaturen und Glätte rechnen. In den Berglagen klommt immer öfter Schneeglätte mit dazu.
Gibt es schon Trends darüber hinaus?
Bislang gehen wir weiterhin von einem eher etwas zu kalten Gesamtwinter aus. Das würde heißen: Der Dezember war deutlich zu kalt, der Januar wird in der zweiten Hälfte den Temperaturüberschuss der ersten zwei Wochen nicht mehr ausgleichen können und wird dadurch zu warm. Der Februar – und das ist jetzt ein reines Bauchgefühl – könnte wieder eher normal bis zu kalt ausfallen. Damit wäre der Gesamtwinter eher zu kalt.
Schnee und Eis werden uns also weiterhin beschäftigen?
Davon gehe ich aus. Denn eigentlich sind Januar und Februar erst unsere richtigen Wintermonate. Das gilt natürlich auch für unsere Nachbarländer, wo es momentan ähnlich schneearm ist wie bei uns. Also auch hier hat das Tauwetter - nach dem schneereichen und eisigen Dezember - Einzug gehalten.
Noch eine Frage zum Hochwasser: die Situation wird sich weiter entspannen?
Ganz sicher. Denn die kälteren Temperaturen und die abklingenden beziehungsweise in Schnee übergehenden Niederschläge lassen die Pegelstände in den kommenden Tagen weiter sinken. Das ist aber auch bitter nötig, haben wir doch vielerorts an den Flüssen und Strömen ein 10- bis 20-jährliches, teils auch ein 50- bis 100-jährliches Hochwasser erlebt.