Sonntag, 27. April 2008
Adoptiert, eingesperrt, gestorben: Die Kinder von Elisabeth F.
In Österreich soll ein Vater seine Tochter jahrzehntelang in einem Verlies gefangen gehalten und missbraucht haben. Im Folgenden die Informationen der Polizei zu den Kindern, die aus der Beziehung des heute 73-jährigen Josef F. zu seiner nun 42-jährigen Tochter Elisabeth F. hervorgegangen sind:
Tochter K.: 19 Jahre. Ihre Einlieferung in ein Krankenhaus in der vergangenen Woche löste die Aufdeckung des Falls aus. Die 19-Jährige sei angeblich am Samstag, 19. April, schwerkrank und bewusstlos im Wohnhaus des Josef F. in Amstetten abgelegt worden, teilte die Polizei mit. Es ist unklar, von wem. Bei ihr fand sich ein handgeschriebener Brief der Mutter Elisabeth, die für ihre Tochter um Hilfe bat. Die junge Frau soll ihr gesamtes bisheriges Leben mit der Mutter und zwei Geschwistern in dem Verlies verbracht haben.
Sohn S.: 18 Jahre. Auch er war sein Leben lang in dem Keller eingesperrt. Sein Name taucht in einem handschriftlichen Brief von Elisabeth im Mai 1993 auf.
Tochter L.: 15 Jahre. Das Kind wird im Alter von neun Monaten in dem Mehrfamilienhaus der Familie F. gefunden. Es liegt ein handschriftlicher Brief der Mutter bei, in dem sie ihre ersten beiden Kinder K. und S. erwähnt und erklärt, sie habe keinen Platz für ein drittes Kind. L. wird von Josef F. und dessen Frau Rosemarie in Pflege genommen.
Tochter M.: 14 Jahre. Sie wird im Alter von zehn Monaten unter den gleichen Umständen wie L. in dem Haus der F.s gefunden. Auch sie wird vom Ehepaar F. aufgenommen.
Sohn A.: 12 Jahre. Er taucht wie seine Geschwister L. und M. im Alter von 15 Monaten auf. Sein Zwilling starb wenige Tage nach der Geburt, weil er in dem Keller nicht versorgt wurde. Josef F. soll die Kindsleiche verbrannt haben.
Sohn F.: 5 Jahre. Elisabeth erwähnt das Kind in einem Brief, der vermutlich im Jahr 2003 geschrieben wurde. Es bleibt bei ihr im Verlies. Als die Aufdeckung des Falls ins Rollen kommt, bringt Josef F. den Jüngsten gemeinsam mit Elisabeth und dem 18-jährigen S. zu seiner Frau. Er erklärt, die Tochter sei mit den beiden Kindern nach Hause gekommen.
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