Panorama
Die Uraufführung des ursprünglich zweiteiligen Films fand 1924 statt.
Die Uraufführung des ursprünglich zweiteiligen Films fand 1924 statt.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Meisterwerk von Fritz Lang restauriert: "Die Nibelungen" in neuem Glanz

Nach "Metropolis" wird jetzt mit "Die Nibelungen" der zweite Stummfilmklassiker von Fritz Lang in restaurierter Fassung dem Publikum präsentiert.

Erst "Metropolis", jetzt "Die Nibelungen": Innerhalb von nur wenigen Monaten wird in Berlin zum zweiten Mal ein Stummfilmklassiker von Regisseur Fritz Lang (1890-1976) in einer restaurierten Fassung uraufgeführt. Das fünfstündige Werk ist mit der vervollständigten Schlussszene am 27. April in der Deutschen Oper zu sehen, wie die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Potsdam mitteilte. Die rekonstruierte Filmmusik nach dem Original von Gottfried Huppertz liefert das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks unter Leitung von Frank Strobel, der auch bereits die "Metropolis"-Aufführung während der Berlinale im Februar dirigierte.

Die neue "Nibelungen"-Fassung ist das bislang umfangreichste und mit rund 750.000 Euro teuerste Restaurierungsprojekt der in Wiesbaden ansässigen Stiftung, wie Kuratoriumsvorsitzender Eberhard Junkersdorf sagte. An den derzeit noch nicht abgeschlossenen Arbeiten seien 17 Einrichtungen aus neun Ländern beteiligt, das Filmmaterial stamme unter anderem aus New York, Moskau, Mailand und Los Angeles.

Vervollständigte Schlussszene

Anders als bei "Metropolis" ging es dieses Mal vor allem um die Verbesserung der Bildqualität und weniger um das Einfügen bislang verschollener Szenen, wie Restauratorin Anke Wilkening erläuterte. Die neue Fassung hat die originalgetreue Einfärbung. Das fehlende "Metropolis"-Material war bei einem Sensationsfund in Argentinien entdeckt worden. Allerdings kann jetzt auch die "Nibelungen"-Fassung mit einer vervollständigten Schlussszene aufwarten, die in den bisher vorliegenden Fassungen fehlt: Kriemhild wird nach vollendeter Rache erstochen. Bislang war - auch in der ersten restaurierten Fassung aus den 1980er Jahren - nur zu sehen, wie sie sterbend zusammenbricht.

Unglaubliche Innovationen

In dem Stummfilmklassiker geht es um den Untergang der Nibelungen an König Etzels Hof. Das Nibelungenlied um Siegfried, König Gunther und den Nibelungenschatz gilt als Nationalepos. Von 1922 bis 1924 drehte Regisseur Lang seinen Film am Standort Potsdam-Babelsberg. "Es ist unglaublich, welche Innovationen dahinter stecken", betonte Junkersdorf. So habe Lang in einem nachgebauten Drachen einen Turm integriert, der Platz für diejenigen bot, die die Technik bedienten, damit das Ungetüm laufen und Feuer speien konnte.

Schon vor der anstehenden Welturaufführung in Berlin gingen "Die Nibelungen" Mitte März vor rund 2000 Menschen in Frankfurt/Main über die Bühne. Restauratorin Wilkening bezeichnete dies als einen Probelauf. Wer keine Karten mehr für die Deutsche Oper ergattert, kann den Film auf dem Kulturkanal Arte sehen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen