Noch mehr Tote in MexikoDrogenkartell bietet Pakt an
Das mexikanische Drogenkartell bietet der Regierung offenbar einen "nationalen Pakt" an. Der Innenminister lehnt jedoch jede Art der Verhandlung ab und kündigt an, weiterhin hart gegen die Organisierte Kriminalität vorzugehen.
Das mexikanische Drogenkartell "La Familia" hat dem Präsidenten des Landes, Felipe Calderón, angeblich einen "nationalen Pakt" angeboten. Ein Mann, der sich als eine der Führungsfiguren des Kartells vorstellte, sagte in einem Telefonat mit einem lokalen Fernsehsender in Michoacán: "Wir wollen zu einem Konsens kommen. Ich weiß nicht wie, aber wir müssen das schaffen." Das Kartell hatte seit Ende der vergangenen Woche vor allem im Bundesstaat Michoacán insgesamt 19 Polizisten und Soldaten getötet, nachdem einer ihrer Anführer festgenommen worden war.
Innenminister Fernando Gómez Mont schloss Verhandlungen mit dem Drogenkartell aus. Vor der Presse sagte er: "Die Regierung von Mexiko führt keinen Dialog, macht keinen Pakt und wird niemals mit kriminellen Organisationen verhandeln." Die Regierung werde ihren Kampf gegen die Organisierte Kriminalität entschieden fortsetzen.
17 Tote in zwei Tagen
In Mexiko bekriegen sich seit Jahren rivalisierende Drogenbanden; allein in den letzten beiden Tagen haben dadurch 17 Menschen ihr Leben verloren. In der berüchtigten Grenzstadt Ciudad Juárez wurden zehn Leichen entdeckt, wie aus Justizkreisen verlautete. Darunter waren den Angaben zufolge auch drei Jugendliche, die während einer Autofahrt aus einem anderen Auto erschossen wurden. In der Stadt Chihuahua wurden zwei Polizisten in ihrem Fahrzeug getötet. Fünf Morde wurden aus anderen Orten des gleichnamigen Bundesstaates an der Grenze zu den USA gemeldet, der besonders stark von den Kämpfen zwischen rivalisierenden Drogenbanden betroffen ist.
Seit 2006 führt die Regierung von Präsident Felipe Calderón mit 36.000 Polizisten und Soldaten eine Offensive gegen die Drogenkartelle im Land, die um die Kontrolle der lukrativen Drogen-Schmuggelrouten in die USA kämpfen. Allein seit vergangenem Jahr wurden in dem Drogenkrieg mehr als 7700 Menschen getötet.