227 Millionen Euro für BauernEU stockt EHEC-Entschädigung auf
Nach dem Ende der Verbreitung des Darmkeims EHEC stockt die EU die Hilfen für die betroffenen Bauern auf. Lange war unklar, woher der Erreger kommt - und die Landwirte mussten Einnahmeausfälle verkraften. Die sollen mit den Zahlungen kompensiert werden.
Die Gemüsebauern in der EU bekommen mehr Entschädigung für Einnahmeausfälle während des Ausbruchs des gefährlichen Darmkeims EHEC. Die vorgesehene Entschädigung aus den Kassen der Europäischen Union sei von bisher 210 auf 227 Millionen Euro erhöht worden, so die EU-Kommission. Damit soll der Zusammenbruch des europäischen Marktes für Gemüse nach - später als unzutreffend zurückgezogenen - deutschen Warnungen vor Gurken und anderem Gemüse ausgeglichen werden.
Von dem Gesamtbetrag gehen 16 Millionen Euro an deutsche Landwirte. Diese Summe hatte Deutschland auch beantragt. Das weitaus meiste Geld kommt Bauern in Spanien (71 Millionen Euro) zugute, gefolgt von Polen (46), Italien (34) und den Niederlanden (27 Millionen). Nach Angaben der Kommission reichen die 227 Millionen Euro aus, um sämtliche Schadenersatzanträge der EU-Regierungen zu bezahlen. Mittlerweile gelten Bockshornkleesamen aus Ägypten als möglicher Auslöser der EHEC-Epidemie.
In Deutschland sind Gemüsebauern in Mecklenburg-Vorpommern die größten Empfänger, auf die 21,5 Prozent der Entschädigung entfällt. Es folgen nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums Betriebe in Rheinland-Pfalz (19,1 Prozent), Niedersachsen (18,7 Prozent), Nordrhein-Westfalen (15,3 Prozent), Bayern (12,5 Prozent) und Baden- Württemberg (6,5 Prozent). Das Geld soll voraussichtlich im August zur Auszahlung bereitstehen, spätestens bis 15. Oktober.
Drei Monate nach dem Ausbruch der EHEC-Epidemie beherzigen viele Deutsche weiterhin die Hygienevorschriften. Rund 40 Prozent achten seit der Erkrankungswelle auf mehr Küchen-Hygiene. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Knapp die Hälfte der 1101 repräsentativ Befragten gab zudem an, sich seit den Warnungen vor EHEC oder der Schweinegrippe gründlicher die Hände zu waschen.