Übergangswohnungen für HaitiEigentumsfragen bremsen Bau

Die Erdbebenopfer leben vier Monate nach der Katastrophe weiter im Elend und im Zeltstädten. Der Bau von festen Übergangshäusern schreitet nur langsam voran, weil unklar ist, wem die Grundstücke gehören, auf denen die Unterkünfte errichtet werden sollen.
Vier Monate nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti klagen Hilfsorganisationen über Probleme beim Bau von Übergangshäusern für die Opfer. Das größte Problem bereitet dabei die Frage, wem die Grundstücke gehören, auf denen weitere Unterkünfte errichtet werden sollen. "Es gibt kein funktionierendes Katasteramt", sagte Timo Lüge vom UN-Amt für die Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten OCHA.
Daniel Passon von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) sagte: "Wir werden für weitere Bauprojekte Schwierigkeiten bekommen, wenn diese Frage nicht geklärt ist." Die GTZ will bis Ende 2010 in der Hafenstadt Leogane Übergangsunterkünfte für 1400 Familien schaffen. Bei dem Erdbeben am 12. Januar waren in der Stadt bis zu 90 Prozent der Wohnhäuser zerstört worden.
1,3 Millionen Obdachlose
Derzeit leben noch 1,3 Millionen Menschen, die beim Erdbeben ihre Wohnungen verloren hatten, auf der Straße oder in Notcamps in Zelten oder unter Plastikplanen. Wegen der beginnenden Regenzeit droht sich die Situation zu verschärfen.
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hatte am Samstag das Krisenland besucht. Anschließend fuhr er auf seiner siebentägigen Karibik- und Mittelamerika-Reise in die Dominikanische Republik weiter. Der haitianische Premierminister Jean-Max Bellerive sicherte Niebel mehr Kooperation bei der Klärung dieser Fragen zu. Unumstritten ist jedoch, dass bislang schon zahlreiche Unterkünfte errichtet werden konnten.