Mittwoch, 18. Februar 2009
Wirtschaftskrise schlägt durch: Ende der Todesstrafe in USA
Angesichts der Wirtschaftskrise haben in mehreren US-Bundesstaaten Beratungen über die Abschaffung der Todesstrafe begonnen. "Gesetzgeber im ganzen Land scheinen die Todesstrafe zu überprüfen", sagte Steve Hall, Leiter der Gruppe Standdown, die sich gegen die Todesstrafe einsetzt.
Derzeit gibt es unter anderem in Montana, Kansas, New Mexico und Maryland Überlegungen, keine Menschen mehr hinzurichten. In Zeiten von Haushaltsdefiziten und schwindenden finanziellen Mitteln sei der finanzielle Aspekt der Todesstrafe für die Gesetzgeber von großem Interesse, sagte Hall.
Menschenverachtende Argumentation
Kosten für eine lebenslange Haft können nach Angaben von Standdown bis zu zehnmal geringer sein als für eine Todesstrafe, bei der bis zur Vollstreckung aufgrund langer Berufungsverfahren Jahre vergehen können. Zudem würden die Anwälte der Gefangenen oft vom Staat bezahlt. Auch der Unterhalt von Todestrakten und Todeskammern sei kostspielig. So rechnete das US-Informationszentrum zur Todesstrafe (DPIC) aus, dass die fünf seit 1976 ausgeführten Exekutionen in Maryland den Staat rund 37 Millionen Dollar gekostet haben.
Derzeit gibt es in 36 der 50 US-Bundesstaaten die Todesstrafe. In den meisten der Staaten, die über eine Abschaffung nachdenken, wurden in den vergangenen Jahren nur wenige Menschen hingerichtet.
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