Zerstörer bringt GüterErdbebenhilfe aus Japan
Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ist ein japanisches Kriegsschiff nach China aufgebrochen. Der Zerstörer "Sazanami" hat Hilfsgüter für die Erdbebenopfer in Südchina an Bord.
Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ist ein japanisches Kriegsschiff nach China aufgebrochen. Der Zerstörer "Sazanami" verließ den Hafen Kure nahe Hiroshima und soll am Dienstag in Zhangjiang in der südschinesischen Provinz Guangdong ankommen. Während eines fünftägigen Aufenthalts dort will die Besatzung der "Sazanami" an mehreren Veranstaltungen in China teilnehmen. Unter anderem ist ein gemeinsames Konzert mit Chinesen geplant. Das Schiff habe 240 Menschen und Hilfsgüter für die Erdbebenopfer in Südchina an Bord, sagte der Marinevertreter weiter.
Die Beziehungen zwischen beiden Ländern hatten sich nach einem Treffen des japanischen Regierungschefs Yasuo Fukuda mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao Anfang Mai sichtlich entspannt. Zuletzt verkündeten beide Staaten am Mittwoch an, gemeinsam ein Erdgasfeld im Ostchinesischen Meer erschließen zu wollen. Beide Seiten hatten sich zuvor lange nicht darüber einigen können, wer das Gasfeld ausbeuten sollte. Bereits im vergangenen November legte ein chinesisches Kriegsschiff erstmals seit mehr als 70 Jahren in Japan an.
Aus Angst vor Überschwemmungen und Erdrutschen haben die chinesischen Behörden inzwischen 72.000 Menschen aus dem Erdbebengebiet im Südwesten des Landes in Sicherheit gebracht. Das meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Im Süden des Landes, wo die Regenfälle bislang mit am stärksten sind, starben demnach mindestens 176 Menschen. Mehr als 50 Personen würden noch vermisst.
Im Erdbebengebiet ist die Situation besonders kritisch, weil dort Millionen Menschen wegen der Naturkatastrophe in provisorischen Unterkünften leben. Bei dem Beben Mitte Mai kamen mehr als 69.000 Menschen ums Leben.