Massengrab in StuttgartErmittlungen eingestellt
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart stellt ein Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts an KZ-Insassen eines früheren Arbeitslagers beim Stuttgarter Flughafen ein.
Die mehr als vierjährigen Ermittlungen hätten "keine Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Tötung von Häftlingen" ergeben, wie die Staatsanwaltschaft in Stuttgart mitteilte. Bei Bauarbeiten waren im September 2005 die sterblichen Überreste von 34 jüdischen KZ-Häftlingen in einem Massengrab gefunden worden. Dort befand sich von 1944 bis 1945 ein Lager, in dem 600 jüdische Zwangsarbeiter aus 17 Nationen untergebracht waren.
Die Staatsanwaltschaft konnte vier noch lebende Lager-Insassen ausfindig machen und als Zeugen befragen. Nach deren Angaben sei nicht auszuschließen, dass die Opfer an Krankheit und Seuchen starben. Der einstige Lagerkommandant habe zwar ermittelt werden können, sei aber bereits 2003 verstorben.
Die Behörde konnte nach eigenen Angaben die Namen der 34 Verstorbenen "mit großer Wahrscheinlichkeit" ermitteln, nicht jedoch, welche sterblichen Überreste zu welcher Person gehören: Mit Rücksicht auf den jüdischen Glauben, der die Totenruhe für unantastbar hält, seien keine DNA-Profile erstellt worden und die sterblichen Überreste im Dezember 2005 an Ort und Stelle wieder bestattet worden. Damit sei dem Wunsch der Jüdischen Gemeinde entsprochen worden.