Massencrash auf der Autobahn 19Ermittlungen sind kompliziert
Die Staatsanwaltschaft Rostock will herausfinden, von welchem Auto der erste Auffahrunfall ausging. Experten der Dekra nehmen deshalb noch einmal fünf beschlagnahmte Wagen genauer unter die Lupe.
Die Ermittlungen zur Ursache des Massenunfalls mit acht Toten auf der Autobahn 19 gestalten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rostock sehr schwierig. Selbst wenn man herausfinden könne, von welchem Auto der erste Auffahrunfall ausging, kläre das nicht die Schuld für die Toten im hinteren und mittleren Teil der Massenkarambolage, sagte eine Sprecherin in Rostock. Das Feuer habe vor allem weiter hinten im Stau gewütet.
Zuvor hatte die Feuerwehr mitgeteilt, dass das Feuer von nur einem Pkw ausgegangen sei. Der starke Wind habe das Feuer auf benachbarte Wagen übergreifen lassen.
Experten der Dekra wollen noch einmal fünf beschlagnahmte Wagen genauer unter die Lupe nehmen. Die Fachleute sollen den möglichen Unfallablauf rekonstruieren. Die Untersuchung werde viele Wochen dauern, sagte Fachabteilungsleiter Dirk Hartwig. Es werde aber nicht möglich sein, für jedes einzelne Auto den genauen Unfallhergang zu klären. Geklärt werden müsse, ob bei einzelnen Autofahrern ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorliege.
Am Freitag waren bei einem Sandsturm 82 Fahrzeuge auf beiden Autobahnseiten bei Kavelstorf ineinandergerast. Das Gros der Fahrzeuge fing Feuer und brannte aus. Acht Menschen starben, 131 Menschen wurden verletzt. 16 von ihnen werden noch in Kliniken der Umgebung behandelt. Ein Mann schwebte den Angaben zufolge noch in Lebensgefahr.
Agrarindustrie in der Kritik
Seit Sonntagmittag rollt der Autoverkehr wieder auf der Autobahn 19 Rostock-Berlin. Umweltschützer geben der Agrarindustrie eine Mitschuld am Entstehen des folgenschweren Sandsturms. Der Bauernverband verwies hingegen auf die anhaltende Trockenheit.
Laut Polizei waren 82 Fahrzeuge in einer Sandwolke bei Sichtweiten unter zehn Metern ineinandergerast und teilweise in Brand geraten. Bei dem Feuer brannten 40 Autos und vier Lastwagen aus, darunter auch ein Gefahrguttransporter, der im hinteren Abschnitt des Staus stand.
Die Kirchen laden für diesen Mittwoch zu einem Gottesdienst in Rostock ein.