Panorama

Wrack der "Deepwater Horizon"Es läuft doch Öl aus

25.04.2010, 10:01 Uhr
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Die Unterwasser-Aufnahmen sind eindeutig. (Foto: AP)

Es ist eine Herausforderung für die Spezialisten. In 1500 Metern Tiefe entdecken sie Lecks in den Trümmern der gesunkenen Bohrinsel. Nun müssen sie verhindern, dass Unmengen an Öl ins Meer fließen.

Nach dem Sinken einer Öl-Bohrinsel im Golf von Mexiko sind nun doch Lecks entdeckt worden, aus denen täglich rund 1000 Barrel Öl austraten. Damit wurden Befürchtungen wieder größer, das Unglück könnte ein massive Ölpest zu Folge haben.

Auf der riesigen Plattform "Deepwater Horizon" hatte sich am Dienstag eine gewaltige Explosion ereignet. Am Donnerstag sank die Bohrinsel. Dort waren vor der Explosion mehr als eine Million Liter Öl am Tag gepumpt worden, außerdem lagerten auf der Plattform rund 2,5 Millionen Liter Diesel.

Ölteppich kaum aufzuhalten

Seit dem Unglück versucht die Küstenwache, einen drei Kilometer mal 13 Kilometer großen Ölteppich einzudämmen, der sich inzwischen rund 60 Kilometer vor der Küste von Louisiana befindet. Unklar ist, wieviel Öl bereits aus der Bohrinsel geströmt ist, die dem Unternehmen Transocean gehört und von BP betrieben wird. Ebenso herrscht Unklarheit darüber, wie das Ausfließen von Öl aus der Quelle am Boden verhindert werden soll. "Im Prinzip versuchen sie, einen Korken in eine Champagnerflasche zu stecken", erklärte Richard Metcalf von der pro-industriellen Mid-Continent Oil & Gas Association.

Entgegen der zunächst gegebenen Entwarnung, dass kein Öl mehr auslaufe, erklärte die Küstenwache inzwischen, zwei Rohre des Wracks wiesen Lecks auf. Täglich träten dort rund 1000 Barrel Öl (159.000 Liter) aus. Die Sprecherin der Küstenwache sagte, im günstigsten Fall werde es gelingen, die Lecks in 1525 Metern Tiefe binnen weniger Tage zu verschließen; schlimmstenfalls werde es jedoch mehrere Monate dauern.

Mit einer großen Räumungs- und Säuberungsaktion soll verhindert werden, dass das Öl an die Küste der Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi gelangt. Dort befindet sich ein Ökosystem mit Wasservögeln, Garnelen und Austernbänken.

Quelle: AFP/dpa