Schlechter RufEuro immer unbeliebter
Könnte der Euro Geburtstag feiern, würde die Schar seiner Party-Gäste immer kleiner. Fünf Jahre nach der Einführung des Euro-Bargeldes ist die Zustimmung der Gemeinschaftswährung so niedrig wie nie zuvor.
Könnte der Euro Geburtstag feiern, würde die Schar seiner Party-Gäste immer kleiner. Fünf Jahre nach der Einführung des Euro-Bargeldes ist die Zustimmung der Gemeinschaftswährung so niedrig wie nie zuvor. Der Euro wird den schlechten Ruf nicht los, für übermäßige Preiserhöhungen verantwortlich zu sein.
Nur noch 48 Prozent der Menschen im Euro-Gebiet halten den Euro für einen Vorteil, wie aus der jüngsten Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission hervorgeht. Nach der Ausgabe des Bargeldes 2002 bekannten sich noch 59 Prozent als Euro-Anhänger. Entsprechend hat sich der Anteil der Befragten, die das neue Geld als Nachteil betrachten, auf 38 von 29 Prozent erhöht.
In Deutschland stehen sich Befürworter und Kritiker in fast gleich großen Lagern von 46 zu 44 Prozent gegenüber. Die größten Euro-Fans mit 75 Prozent Zustimmung sind die Iren, gefolgt von Finnen und Luxemburgern. In Italien, den Niederlanden und Griechenland sind die Wohlgesonnenen mit knapp 40 Prozent sogar in der Minderheit. Der Grund ist einfach auszumachen: Für 93 Prozent der Umfrageteilnehmer hat der Euro die Inflation verstärkt - obwohl die Preisstatistiken dies nicht bestätigen, und die Teuerung seit Jahren im Euro-Raum moderat ist.
Frauen stehen dem Euro der Umfrage zufolge skeptischer gegenüber als Männer. Arbeitslose, ältere Menschen und Landbewohner mögen ihn weniger als Selbstständige, Junge und Großstädter. Den Anhängern gefällt, dass das Reisen in Europa mit dem einheitlichen Geld bequemer ist, Preise besser verglichen werden können und mit der gemeinsamen Währung die Stellung Europas in der Weltwirtschaft gewichtiger geworden ist.