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Panorama

Sonntag, 16. September 2007

Afrikas Ernte zerstört: Flucht vor dem Wasser

Schwere Regenfälle haben in weiten Teilen Afrikas zu Überflutungen geführt und die Ernte teilweise zerstört. Die in vielen der sonst von Dürre bedrohten Länder des Kontinents dringend benötigte Regenzeit ist in diesem Jahr stärker ausgefallen als üblich. Die Regenfälle halten außerdem deutlich länger als in den Vorjahren an. In Ländern, in denen es manchmal jahrelang nicht regnete, müssen die Menschen nach Angaben der Behörden nun vor den Wassermassen fliehen. Mais, Getreide und Hirse gediehen in der Regenzeit zwar auf den Feldern, drohen nun aber vom Wasser weggerissen und zerstört zu werden.

UN-Sprecherin Elizabeth Byrs sagte am Sonntag im Rundfunksender BBC, mit weiteren Regenfällen müsse gerechnet werden. Lebensmittel, Medikamente und Notunterkünfte für die Menschen in den Flutgebieten würden dringend benötigt. "Viele Menschen sind obdachlos und Infektionskrankheiten können sich verbreiten", sagte Byrs. "Einige der ärmsten Länder der Welt wie Mali, Burkina Faso und Niger, sind besonders stark betroffen."

Die Fluten hätten bisher mindestens 500.000 Menschen in Westafrika und eine halbe Million Menschen allein im Sudan betroffen. Dutzende Menschen kamen in den Fluten ums Leben, allein 20 Todesfälle wurden in Ghana bekannt.

Von der Landkarte verschwunden

In mindestens 17 Ländern West- und Ostafrikas herrschten seit Ende der Regenzeit chaotische Verhältnisse, berichtete der Rundfunksender BBC. Teile Ghanas wurden wegen des Ausmaßes der Überflutungen zum Katastrophengebiet erklärt, mindestens 400.000 Menschen wurden durch Überflutungen obdachlos. "Einige Dörfer und Gemeinden sind von der Landkarte verschwunden", sagte ein Sprecher des Krisenzentrums in Ghana.

Im ostafrikanischen Uganda und Äthiopien am Horn von Afrika mussten Zehntausende ihre vom Wasser bedrohten Häuser verlassen. Mitarbeiter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen begannen mit der Verteilung von Lebensmitteln an 70.000 Menschen in Äthiopien, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört und immer wieder von Hungerkatastrophen heimgesucht wird. Während in Ostafrika schwere Regenfälle mit Überschwemmungen im September üblich sind, traf das Ausmaß der Regenzeit die westafrikanischen Länder überwiegend unvorbereitet.

Cholera droht

Behörden und Hilfsorganisationen fürchten, dass in den Überschwemmungsgebieten nun Krankheiten wie Cholera drohen. Zudem ist die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gefährdet. Um aus der Wetterkatastrophe keine Hungerkatastrophe werden lassen, stellt das Bundesentwicklungsministerium dem Welternährungsprogramm 500.000 Euro für Not- und Nahrungshilfe zur Verfügung, teilte ein Ministeriumssprecher am Samstag mit. Bei Bedarf werde diese Summe weiter aufgestockt.

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