Panorama

Nach Flucht aus der JVAFreigänger im Visier

02.12.2009, 12:41 Uhr
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(Foto: dpa)

Die beiden Schwerverbrecher Heckhoff und Michalski sind gefasst, doch die Umstände ihrer Flucht noch immer unklar. Inzwischen verdächtigt die Polizei einen Freigänger des Aachener Gefängnisses, den beiden Männern das erste Flucht-Taxi besorgt haben. Ein ebenfalls verdächtiger Aachener Vollzugsbeamte schweigt weiter.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 35-Jährigen, der zum Zeitpunkt des Ausbruchs mit einem Taxi von seinem Freigang zurückkehrte. Mit diesem Fahrzeug flüchteten Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski zunächst bis Kerpen-Buir, wo sie in ein zweites Taxi umstiegen. "Wir gehen davon aus, dass die Ankunft des Taxis just zu diesem Zeitpunkt kein Zufall gewesen sein kann", sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller.

Der Tatverdächtige war in dem Haft-Trakt untergebracht, in dem auch der am Sonntag festgenommene Heckhoff und der am Dienstag gefasste Peter Paul Michalski saßen. Er verbüßte eine Strafe wegen Einbruchdiebstahls. Der Freigang diente als Vorbereitung auf seine bevorstehende Entlassung.

Vollzugsbeamter schweigt

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Großes Medieninteresse für Michalskis "Fluchtfahrzeug". (Foto: AP)

Indessen schweigt der wegen Fluchthilfe festgenommene Aachener Vollzugsbeamte weiter beharrlich. "Er macht keine Angaben zu den Vorwürfen", sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller. Der 40-Jährige soll den Schwerverbrechern Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski bei der Flucht aus dem bis dahin als ausbruchsicher geltenden Gefängnis geholfen haben.

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Michalski war fünf Tage auf der Flucht. (Foto: AP)

Das nordrhein-westfälische Justizministerium hatte bei der Festnahme des Bediensteten am Freitag auf ausgewertete Videoaufzeichnungen verwiesen. Auf dem Video sei der Mann allerdings nicht zusammen mit den beiden Ausbrechern zu sehen, sagte Deller. Weil der Bedienstete von den Kameras wusste, sei er wohl vorsichtig gewesen.

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Heckhoff wurde eher gefasst. (Foto: AP)

Das Video stamme aus der Eingangsschleuse für Fahrzeuge. "Man sieht den Bediensteten auf dem Video nicht mit den beiden Gefangenen. Man sieht nicht, wie er ihnen die Türen öffnet", gab Deller bekannt. Schatten ließen aber vermuten, dass sich Heckhoff und Michalski hinter ihrem mutmaßlichen Fluchthelfer befanden.Der Mann habe gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen, indem er eine nicht so sichere Tür benutzte und eine Tür sogar hinter sich offenließ. "Er hat wohl gedacht, dass er so mit einem blauen Auge davonkommt", sagte Deller.

Video reicht nicht zur Überführung

Allein mit dem Video sei der Nachweis der Fluchthilfe nicht unbedingt zu führen. "Das spielt aber für unsere Auffassung, wie das abgelaufen ist, keine Rolle", sagte Deller. Auch von der Waffenübergabe gebe es keine Bilder.

Der Beamte soll die beiden Schwerverbrecher auf dem Weg zur Pforte durch fünf verschlossene Türen geschleust haben und ihnen dann zwei Waffen und Munition gegeben haben. Der Tatverdächtige war auf dem Weg zur Pforte, weil er dort einen Kollegen vertreten sollte. Der musste seine Kontrollrunde um die JVA fahren. Der Eingangsbereich ist in dieser Zeit mit nur einem Pförtner besetzt.

Quelle: ghö/dpa