Panorama

Im Kirchturm vergessene Symbole Gemeinden entdecken weitere Nazi-Glocken

stepmap-karte-nazi-glocken-in-deutschland-1741592.jpg

Vergessene Überbleibsel aus dunklen Tagen: Seit Jahrzehnten läuteten in Herxheim, Schweringen und Faßberg-Müden unerkannt Hakenkreuzen-Glocken.

n-tv.de / stepmap.de

Erst Herxheim, und nun das: Tonnenschwere Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus bescheren zwei Gemeinden in Norddeutschland ein gewichtiges Thema: Wie soll die Kirche mit Nazi-Symbolen im Kirchturm umgehen?

Im Einflussbereich der hannoverschen Landeskirche sind zwei Glocken mit Hakenkreuz-Prägung aus der Zeit des Nationalsozialismus außer Betrieb genommen worden. Es handelt sich um Glocken in Faßberg-Müden in der Heide sowie in Schweringen im Kreis Nienburg, wie die Landeskirche mitteilte. Nach dem Wirbel um eine "Hitler-Glocke" mit Hakenkreuz-Prägung im pfälzischen Herxheim seien die Gemeinden gebeten worden zu schauen, ob bei ihnen ähnliche Glocken in Gebrauch sind.

Die betroffenen beiden Gemeinden beraten nun über eine Lösung für die Glocken. "Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass wir nach der geschichtlichen Aufarbeitung mit diesen Glocken weiterhin zu Gottesdiensten oder zum Beispiel zu Friedensgebeten einladen", erklärte der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries.

In Faßberg-Müden hängt die mit einem Luftwaffenadler und einem kleinen Hakenkreuz versehene Glocke in einer Kirche, die in Zusammenhang mit dem Aufbau des lokalen Fliegerhorstes ab 1934 entstand. Auf die besondere Glocke weist die Gemeinde seit längerem hin, sie will sie als Mahnung verstanden wissen. In Schweringen indes hatte man sich bisher nicht ausführlicher mit der Glocke und mit Beziehungen zwischen Kirche und Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Das soll nun folgen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

Mehr zum Thema