Panorama

Mitbewohner erschlagen und zerstückeltGericht verurteilt WG-Mörder

29.04.2011, 19:57 Uhr

Er sagt, er sei von Unbekannten zur Tat gezwungen worden. Doch das Gericht verurteilt einen 54-Jährigen zu zwölf Jahren Haft, weil er seinen WG-Mitbewohner tötete, und dann die Leichenteile um Hamburg in Müllsäcken entsorgte.

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Orhan Y., Mitte, wird zur Urteilsverkündung in den Gerichtssaal geführt. (Foto: dpa)

Er hat seinen Mitbewohner erschlagen, zerstückelt und die Leichenteile in Müllbeuteln an den Bahnhöfen Hamburg-Harburg und Buchholz entsorgt. Für dieses schreckliche Verbrechen hat das Landgericht Stade einen 54-Jährigen wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt. "An der Täterschaft des Angeklagten besteht kein Zweifel", sagte der Vorsitzende Richter Berend Appelkamp. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Arbeitslose sein 50 Jahre altes Opfer im Mai 2010 im Schlafzimmer der gemeinsamen Wohnung im niedersächsischen Buchholz tötete.

Die Einlassung des Angeklagten sei widersprüchlich und er habe zudem Täterwissen, betonte der Richter. Das Motiv habe aber nicht genau geklärt werden können. Sicher sei, dass sich das Verhältnis der Männer immer weiter verschlechtert habe, weil der Angeklagte seinem Mitbewohner Geld schuldete und ihn bestohlen haben soll.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert und will Revision einlegen. Der 54-Jährige hatte die Vorwürfe bestritten. Seine Version: Ein unbekannter Mann und eine Frau hätten seinen Mitbewohner in Buchholz umgebracht. Er sei von den beiden gezwungen worden, den zerstückelten Toten zu beseitigen.

Quelle: dpa