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Rätselhafte Infektionen im Norden: Gesundheitsamt sucht Quelle

In Hamburg sind mehrere Menschen mit einer lebensgefährlichen Infektion im Krankenhaus, manche "in kritischem Zustand", heißt es. Die Gesundheitsbehörden suchen nun die Quelle des EHEC-Erregers.

Untersuchung von fluoreszierender DNS von EHEC-Bakterien in einem Labor des Robert-Koch-Instituts.
Untersuchung von fluoreszierender DNS von EHEC-Bakterien in einem Labor des Robert-Koch-Instituts.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gesundheitsbehörden im Norden warnen vor dem Auftreten schwerer bakterieller Durchfallerkrankungen. So haben sich allein in Hamburg bis Samstag 13 Menschen mit dem lebensgefährlichen EHEC-Erreger infiziert. Sie alle müssen stationär im Krankenhaus behandelt werden. "Darunter sind auch Patienten, die sich in einem kritischen Zustand befinden", sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde. Die genaue Anzahl der Betroffenen in Schleswig-Holstein war zunächst unklar. "Wir gehen von etwa 20 Fällen aus", sagte der Sprecher des Kieler Gesundheitsministeriums. In Niedersachsen könnten sich bislang 12 Betroffene mit dem Erreger angesteckt haben.

Die Bakterien können durch direkten Kontakt mit Tieren aber auch durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln - zum Beispiel Rindfleisch oder Rohmilch - übertragen werden. Eine Infektion von Mensch zu Mensch ist auch möglich. Zu den Krankheitssymptomen gehören wässriger oder blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Eine mögliche Komplikation ist Nierenversagen.

EHEC-Keime (Enterohämorrhagische Escherichia coli) treten in Deutschland immer wieder auf. Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat seit Einführung der Meldepflicht 2001 bundesweit jährlich zwischen 800 und 1200 EHEC-Erkrankungen registriert.

Behörden beraten

Angesichts des raschen Anstiegs der Fälle in dieser Woche sind Mitarbeiter des RKI und der entsprechenden Gesundheitsämter in Hamburg zusammengekommen. Zunächst war völlig unklar, wie es zu der plötzlichen Ausbreitung der Infektionen kommen konnte. In der Hansestadt hatte es zu Beginn der Woche die ersten Erkrankungen gegeben. Die Patienten seien zwischen 11 und 73 Jahre alt. Sie stammen zudem aus ganz verschiedenen Bezirken, sagte Schmidt. "Das erschwert die Ursachensuche."

In Niedersachsen gibt es bisher 12 Betroffene, die sich mit dem EHEC-Erreger angesteckt haben könnten. "Bei den bisherigen Fällen konnte noch kein gemeinsames Lebensmittel identifiziert werden, das die Mehrzahl der Betroffenen verzehrt hat", hieß es am Samstag vom Sozialministerium in Niedersachsen. Der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, sagte: "Ich gehe davon aus, dass es eine gemeinsame Quelle gibt, aber wir kennen sie noch nicht." Die Häufung der Erkrankungen vor allem bei Erwachsenen sei aber ungewöhnlich.

Quelle: n-tv.de

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