Panorama

Verschmutzung der NordseeGreenpeace entdeckt Ölteppiche

27.05.2010, 11:54 Uhr

160 Kilometer Strand hat die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bislang verschmutzt - auch in der Nordsee könnte so etwas jederzeit passieren, warnt die Umweltorganisation Greenpeace. Die Bohrinseln seien nicht sicher, bei Kontrollen habe man Ölteppiche entdeckt.

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"Rund um die Uhr wird Öl eingeleitet" - Bohrinsel in der Nordsee. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Öl- und Gas-Plattformen verschmutzen die Nordsee nach Greenpeace-Angaben schleichend. Die Umweltorganisation entdeckte während eines aktuellen Beobachtungsflugs bei 5 von 25 untersuchten Plattformen große schwimmende Ölteppiche. Insgesamt gibt es 400 Förderanlagen in dem Meer.

"Rund um die Uhr wird schon im Normalbetrieb Öl in die Nordsee eingeleitet", sagte Greenpeace-Meeresbiologe Christian Bussau. Die Plattformen würden den Rohstoff nicht in reiner Form fördern, sondern eine Mischung aus Öl, Gas und Wasser. Anschließend werde das Wasser vom Öl getrennt und zurück ins Meer geleitet. Laut Greenpeace enthält das sogenannte Produktionswasser jedoch noch Restmengen an Öl. Schadstoffe daraus könnten sich in der Nahrungskette der Meerestiere anreichern.

Besonders scharf kritisierte Greenpeace die Ölförderung des BP-Konzerns westlich der Shetland-Inseln. Die dortige Offshore-Förderung in 400 Metern Tiefe berge unkalkulierbare Risiken. "Eine Öl-Katastrophe wie im Golf von Mexiko kann sich auch in der Nordsee jederzeit ereignen", sagte Bussau.

Quelle: dpa