Panorama

Immer mehr Tote durch "Agatha"Guatemala braucht schnelle Hilfe

02.06.2010, 17:27 Uhr

Die Vereinten Nationen warnen bereits vor Hungerproblemen in Guatemala. Wirbelsturm "Agatha" und der Ausbruch des Vulkans Pacaya könnten die ohnehin schwierige Versorgungslage verschärfen. Der Regen hat vor allem Mais-, Zuckerrohr-, Kaffee- und Bananenplantagen verwüstet und Schäden in Millionenhöhe angerichtet.

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Ein Soldat überwacht Lebensmittel-Lieferungen. (Foto: REUTERS)

Das Ausmaß der Zerstörung nach dem Tropensturm "Agatha" in Mittelamerika wird immer größer: Die Zahl der Toten stieg auf mindestens 184. Wegen schwerer Schäden in der Landwirtschaft werden zudem Lebensmittel-Engpässe befürchtet. Wie die Behörden in Guatemala, El Salvador und Honduras mitteilten, werden zudem mehr als 100 Menschen vermisst. Viele von ihnen ertranken wahrscheinlich in den reißenden Flüssen oder wurden von Schlammlawinen verschüttet. Guatemalas Präsident Álvaro Colom bat erneut um internationale Hilfe, wie lokale Medien berichteten.

"Wir haben seit mehreren Tagen keine Hilfe erhalten. Uns geht das Essen und auch das Trinkwasser aus", berichtete ein Mann aus dem Kaffeeanbaugebiet von Huehuetenango, nordwestlich von Guatemala. Der Regen hat vor allem Mais-, Zuckerrohr-, Kaffee- und Bananenplantagen verwüstet und Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Das Welternährungsprogramm, eine Hilfsorganisation der Vereinten Nationen, warnte bereits vor Hungerproblemen in Guatemala. Der Wirbelsturm "Agatha" und der Ausbruch des Vulkans Pacaya könnten die ohnehin schwierige Versorgungslage verschärfen. Im vergangenen Jahr waren nach einer Dürre in der Region rund 400 Menschen gestorben.

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Amatitlan, eine Stadt in Guatemala, ist vom Schlamm verwüstet. (Foto: dpa)

Bis zum Mittwoch starben in Guatemala nach jüngsten Angaben 156 Menschen, 105 weitere werden vermisst. In Honduras stieg die Zahl der Toten auf 19, nachdem am Dienstag zwei Tote aus Flüssen geborgen worden waren. In El Salvador fanden mindestens neun Einwohner den Tod. Da der Flughafen von Guatemala-Stadt erst am Dienstag seinen Betrieb wieder aufnehmen konnte, traf internationale Hilfe in Guatemala bislang nur langsam ein.

In der Region regnete es seit dem vergangenen Donnerstag ununterbrochen. "Agatha" ist der erste Tropensturm des Jahres. Er bewegte sich vom Pazifik aus auf Guatemala zu. Als er auf das Festland traf, schwächte sich der Wirbelsturm am Wochenende allerdings zu einem tropischen Tief ab.

Quelle: dpa