Panorama

Ein Leben wie ein FilmGünther Kaufmann ist tot

11.05.2012, 23:33 Uhr

Günther Kaufmann war ein gefeierter Schauspieler, sein Name wird aber immer verbunden bleiben mit einem realen Krimi: Drei Jahre lang saß er unschuldig im Gefängnis. Kurz bevor aus dieser Geschichte ein Kinofilm werden sollte, ist Kaufmann nun überraschend gestorben.

Der Schauspieler Günther Kaufmann ist tot. Er brach am Donnerstag in Berlin auf offener Straße zusammen, wie ein Polizeisprecher am Freitagabend sagte. Er sei beim Spazierengehen im Bezirk Grunewald an einem Herzversagen gestorben, schrieb die "Bild"-Zeitung. Der Fassbinder-Darsteller, der 2009 ins RTL-"Dschungelcamp" ging und zeitweise zu Unrecht wegen Mordes im Gefängnis saß, wurde 64 Jahre alt.

"Der weiße Neger vom Hasenbergl" – so der Titel seiner Autobiografie – wuchs als Sohn eines US-Armee-Angehörigen und einer Deutschen in Münchens Viertel Hasenbergl auf. In den 70er und 80er Jahren spielte er in 16 Fassbinder-Filmen mit; unter anderem in "Berlin Alexanderplatz", "Die Ehe der Maria Braun" und "Querelle". In den 90er Jahren folgten Rollen in TV-Serien, darunter "Derrick" und "Der Alte".

Auch Kaufmanns Privatleben glich zeitweise einem Krimi: Aus Liebe zu seiner todkranken Frau legte er ein falsches Geständnis ab und ließ sich 2002 für den Mord an seinem Steuerberater zu 15 Jahren Haft verurteilen. Fast drei Jahre saß er ab – bis überraschend die wahren Täter dingfest gemacht wurden. Der Schauspieler widerrief daraufhin sein Geständnis und wurde in einem Wiederaufnahmeverfahren in Augsburg freigesprochen.

Nach seiner Entlassung spielte er unter anderem in den beiden Verfilmungen der Zeichentrickserie von Michael "Bully" Herbig den "Schrecklichen Sven". Jüngst war er in "Türkisch für Anfänger - Der Film" auf der Kinoleinwand zu sehen.

2013 sollte ein Spielfilm über Kaufmanns Leben in die Kinos kommen, in dem der Vater zweier erwachsener Kinder selbst die Hauptrolle spielen wollte.

Quelle: ntv.de, dpa