Dienstag, 06. Februar 2007
Seuche selbst eingeschleppt: H5N1 in Südengland
Das plötzliche Auftreten des Vogelgrippe-Virus in einem Putenzuchtbetrieb in Großbritannien ist weitestgehend aufgeklärt. Nach Angaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) gleicht das Virus dem vor zwei Wochen in Ungarn entdeckten Typ. "Es handelt sich um den hochpathogenen Virustyp H5N1 mit asiatischem Stamm und entspricht dem, der im Januar in Ungarn gefunden worden ist", teilte ein OIE-Sprecher am Dienstag in Paris mit. Damit stehe zweifelsfrei fest, dass sich die Vogelgrippe durch Tiertransporte verbreitet hat, weil der betroffene britische Agrarkonzern Bernard Matthews auch Betriebe in Ungarn unterhält.
Wegen der Vogelgrippe in England hatten zuvor auch Südkorea und Hongkong einen Importstopp für britisches Geflügel verhängt. Die Behörden in Seoul erklärten, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es in Großbritannien neue Ausbrüche der Seuche gebe. Im vergangenen Jahr hatte Südkorea Geflügelprodukte aus Großbritannien im Wert von rund drei Millionen US-Dollar importiert. Die zuletzt für Zuchtzwecke gekauften 3.645 Enten sollen nun entweder gekeult oder zurückgeschickt werden.
Hongkong teilte mit, es werde ab sofort keine Einfuhren von britischem Geflügel mehr erlauben. Die Sonderverwaltungszone Chinas hatte in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres 11.400 Tonnen an Geflügel und Geflügelprodukten aus Großbritannien importiert.
Russland, Irland und Japan hatten schon entsprechende Importverbote erlassen. Medienberichten zufolge haben sich inzwischen auch Südafrika und Indonesien angeschlossen.
In Großbritannien wurden fast 160.000 Puten getötet. Zuvor war auf einer Farm von Europas größtem Truthahnzüchter Bernard Matthews in Ostengland der gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 festgestellt worden.
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