Mittwoch, 21. Mai 2008
56-Jähriger verurteilt: Haft für Pralinen-Anschlag
Der 56 Jahre alte Wirt eines Heurigenlokals ist wegen eines Mordanschlags mit einer vergifteten Praline auf den Bürgermeister der niederösterreichischen Gemeinde Spitz zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Die acht Geschworenen sprachen den Angeklagten wegen versuchten Mordes einstimmig schuldig. Das von einem Gericht in Krems an der Donau gefällte Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA.
Der Verteidiger kündigte sofort Berufung an. Er sprach von einem "Fehlurteil" und einem "Justizirrtum". Der Staatsanwalt will ebenfalls Berufung einlegen. Der 56-Jährige, der die Tat weiterhin bestreitet, reagierte laut APA auf den Urteilsspruch "fassungslos".
Grußkarte am Auto
Die Vorsitzende Richterin sprach in ihrer Urteilsbegründung von einem "heimtückischen Mordanschlag". Außerdem sei der "körperlich ausgesprochen schlechte Zustand" des Opfers bei der Strafbemessung zu berücksichtigen gewesen.
Der 56-Jährige war mit einem DNA-Test überführt worden. Bürgermeister Hannes Hirtzberger hatte hinter der Windschutzscheibe seines Autos eine Kirschpraline entdeckt. Daneben steckte eine Grußkarte. Nach dem Genuss der Schokolade brach Hirtzberger unter Krämpfen zusammen. Ärzte wiesen das Gift Strychnin in der Praline nach.
Den Ermittlungen zufolge hatte der Wirt die Umwidmung eines Weingartens in Bauland zur Errichtung eines Thermalhotels beantragt. Weil einige Bedingungen nicht erfüllt waren, war der Antrag abgelehnt worden.
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