U-Bahn-Schläger ohne ReueHaftbefehle erlassen
Nach dem brutalen Überfall auf einen Rentner in einer Münchner U-Bahn-Station sind Haftbefehle gegen die Täter erlassen worden.
Gegen die beiden in München gefassten U-Bahn-Schläger sind Haftbefehle wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen worden.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigte nach dem brutalen Überfall auf einen Rentner zudem ein "hartes Vorgehen" an. "Wenn es rechtlich möglich ist, werden wir den türkischen Straftäter ausweisen. Bei dem anderen haben wir keine Handhabe, weil er EU-Bürger ist", sagte der CSU-Politiker.
Täter zeigen keine Reue
Ein 17-jähriger Grieche und ein 20 Jahre alter Türke hatten die Tat nach ihrer Festnahme zugegeben. Beide gelten als Serientäter und sind den Angaben zufolge schon dutzende Male mit verschiedenen Straftaten aufgefallen. Wegen der beispiellosen Brutalität - so trat der 17-Jährige heftig gegen den Kopf des 76-Jährigen Rentners - droht ihnen möglicherweise eine Anklage wegen versuchten Mordes.
"Wir müssen die Bevölkerung vor solchen Gewalttätern schützen", sagte Herrmann weiter. "Die beiden hätten längst hinter Schloss und Riegel gehört. Bloß weil es sich um Jugendliche handelt, können wir nicht so nachsichtig sein." Deshalb sei er dafür, die Höchststrafe für solche extremen Gewalttaten von zehn auf 15 Jahre zu erhöhen. Offensichtlich sei bei den früheren Vergehen der beiden zu milde verfahren worden.
Die CDU-Innenexpertin Kristina Köhler sagte: "Dieser erschütternde Fall belegt: Wir brauchen dringend Mittel und Wege, um jugendliche Intensivtäter aus dem Verkehr zu ziehen, bevor sie jemanden fast tot schlagen."
Die beiden Männer hatten den Rentner am Donnerstagabend verfolgt und zusammengeschlagen, weil er sie in der U-Bahn gebeten hatte, ihre Zigaretten auszumachen. Auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie der alte Mann kurz darauf in der Station zu Boden geschubst wurde. Immer wieder haben ihn die beiden dann geschlagen und getreten. Schließlich nahm der 17-Jährige mehrere Meter Anlauf und trat so kräftig gegen den Kopf des Mannes, dass er sich selbst verletzte. Der Rentner blieb am Boden liegen. Die Schläger flüchteten mit dem Rucksack des Opfers. Ein kurz darauf vorbeikommender Passant verständigte die Polizei. Der 76-Jährige erlitt bei dem Angriff einen mehrfachen Schädelbruch mit Einblutungen ins Gehirn. Sein Zustand sei inzwischen aber stabil, hieß es.
Die beiden Männer hätten keinerlei Reue gezeigt und erklärt, ihr Opfer sei "selbst schuld gewesen, weil er sie angemacht" habe, sagte ein Polizeisprecher. Die mutmaßlichen Täter waren schließlich über ein gestohlenes Handy gestellt worden.