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Freitag, 30. Mai 2008

Unwetter im Südwesten: Hagelschäden in Krefeld

Golfballgroße Hagelkörner haben in Krefeld drei Menschen verletzt, unzählige Autos demoliert sowie Dachfenster und Gewächshäuser zertrümmert. Die Feuerwehr geht von Schäden in Millionenhöhe aus. "Das war sehr beeindruckend. So ein Grollen hatten auch unsere altgedienten Feuerwehrleute noch nie gehört", sagte Feuerwehrsprecher Kai Günther. Um kurz vor 6.00 Uhr wurden die Innenstadt und die westlichen Stadtteile mit den enormen Eisklumpen "bombardiert".

"In der Stadtmitte gibt es keine heile Lichtkuppel mehr", berichtete Günther. Hinzu kämen die Wasserschäden. In einem größeren Geschäft löste der Hagel auch noch die Sprinkleranlage aus. Rund zehn Minuten dauerte der Hagel-Spuk. Betroffen war auch die Feuerwehr selbst: "Die Dienstwagen und das Feuerwehrgebäude sind beschädigt."

Bei der Polizei wurden 100 Einsätze in den Morgenstunden gezählt. "Bei unseren Streifenwagen sind die Blaulichter kaputt, die Treibhäuser sehen natürlich besonders böse aus", sagte ein Polizeisprecher. "Meine Katze ist jetzt noch traumatisiert - die war nämlich draußen, als es losging."

Straßen und Keller unter Wasser

Auch in übrigen Teilen Nordrhein-Westfalens, in Hessen sowie im Südwesten Deutschlands führten Unwetter zu schweren Schäden sowie überfluteten Straßen und Kellern. In Baden-Württemberg waren Mittel- und Südbaden besonders betroffen. Dort gingen nach Blitzeinschlägen zwei Bauernhäuser in Flammen auf. Allein bei diesen Bränden entstand ein Schaden von insgesamt rund 500.000 Euro.

In Hessen wüteten schwere Sturmböen vor allem im Rhein-Taunus-Kreis. Ein Gewittersturm warf nach Angaben der Polizei auf der Bundesstraße 54 mehrere Bäume um. Die Straße war bei Bad Schwalbach auf einer Länge von acht Kilometern unpassierbar. Autofahrer saßen zwischen den umgestürzten Bäumen fest und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Verletzt wurde niemand. Die Räumarbeiten dauerten bis in die Morgenstunden. Die Strecke soll noch voraussichtlich bis Dienstag gesperrt bleiben.

Heftige Unwetter überfluteten auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland Straßen und Keller. Betroffen waren vor allem Eifel, Hunsrück, die Westpfalz und Teile von Rheinhessen. Die Bundesstraße 424 im Zweibrückener Stadtteil Ixheim musste nach Angaben der Polizei in Kaiserslautern auf einer Länge von fast sechs Kilometern gesperrt werden, weil sie mit Schlamm bedeckt war. Bei Bullay an der Mosel lösten sich wegen der starken Niederschläge Erdmassen an einer Bahnstrecke. Die Gleise seien jedoch nur "geringfügig" verschmutzt worden, so dass die Züge langsam weiter fahren konnten, teilte die Polizei in Trier mit.

Unwetter auch in Italien

In Norditalien wirkte sich das Unwetter am schwersten aus. Drei Menschen starben in Piemont durch Erdrutsche. In der Ortschaft Demonte wurden in der Nacht zum Freitag 30 Menschen in Sicherheit gebracht, deren Häuser von Überschwemmungen bedroht waren. In der Stadt Saviglano in Piemont, die schwer überflutet wurde, blieben die Schulen geschlossen. Die Wetterlage in der Region beruhigte sich unterdessen. Im Aostatal genossen die Menschen nach mehreren Regentagen wieder die Sonne.

Das italienische Verteidigungsministerium kündigte an, Soldaten und Hubschrauber zur Unterstützung der Helfer in die betroffenen Gebiete zu schicken. An der italienisch-französischen Grenze wurden zwei wichtige Verbindungen - der Mont-Blanc-Tunnel und der Frjus-Tunnel – vorübergehend geschlossen. Wegen Erdrutschen und Überschwemmungen war die Durchfahrt für Lastwagen zuvor für mehrere Stunden gesperrt worden.

Heftiger Regen auf Korsika

In Ajaccio auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika ging binnen eines Tages viermal mehr Regen nieder als normalerweise in einem Monat, wie der Wetterdienst am Freitag meldete. 148 Millimeter Niederschlag seien seit 1949 nicht gemessen worden. Rund 180 Gäste aus zwei Hotels wurden demnach vor Überschwemmungen in Sicherheit gebracht; die Stadt setzte auch Taucher ein. Am Nachmittag ließ der Regen laut Wetterdienst nach.

Schlamm in Lütticher Straßen

In Belgien standen wegen des heftigen Regens zahlreiche Häuser und Autos unter Wasser. Einige Straßen in der ostbelgischen Stadt Lüttich waren von Schlamm bedeckt.

Sturzflut in England

Im Südwesten Englands kämpften Helfer und Anwohner mit den Folgen schwerer Überschwemmungen. Besonders betroffen war der Süden der Grafschaft Somerset, wo hunderte Häuser überschwemmt waren. Die Feuerwehr hatte in der Region Autofahrer aus ihren auf überschwemmten Straßen stehengebliebenen Fahrzeugen befreien müssen. In den Grafschaften Devon und Somerset sprachen die Feuerwehren von einer regelrechten "Sturzflut".

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