Panorama

Mord vor 26 JahrenHandabdruck überführt Täter

30.08.2011, 14:54 Uhr

Sie erwachte gerade, da schlug ihr der Einbrecher mit einer Flasche heftig auf den Kopf. Die Frau starb. Für den Mord vor 26 Jahren wird nun ein Mann verurteilt. Ein neues System zum Vergleich von Fingerabdrücken macht den Fahndungserfolg möglich.

Für einen 26 Jahre zurückliegenden Raubmord ist ein 49-Jähriger in München zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Kraftfahrer am 6. Juli 1985 bei einem Einbruch eine 26-Jährige getötet hatte. Die Richter sahen - entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft - jedoch keine besondere Schwere der Schuld. Ausschlaggebend dafür waren die seit dem Verbrechen vergangene Zeit sowie das Geständnis des Angeklagten und dessen Bitte um Verzeihung.

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Der Mann wird für den Raubmord bestraft. (Foto: dpa)

Dem Urteil zufolge war der Mann nachts in ein Appartement in München eingestiegen und hatte der aus dem Schlaf schreckenden Bewohnerin mit einer Flasche zweimal heftig auf den Kopf geschlagen.

Das Fingerabdruck-Identifizierungssystem Afis war dem Mann zum Verhängnis geworden. Mit seiner Hilfe könnten Abdrücke - etwa von einer Hand - digital effektiver gespeichert werden, sagte der Vorsitzende Richter Michael Höhne. Sie würden mit dem täglich um etwa 1000 Datensätze wachsenden Bestand verglichen. "So konnte dieser Mord nach über einem Vierteljahrhundert aufgeklärt werden." Der Angeklagte hatte den Abdruck einer Handfläche am Tatort hinterlassen.

Der damalige Küchenhelfer war im Juli 1985 in mehrere Wohnungen in der Studentenstadt München-Freimann eingebrochen. In einer Wohngemeinschaft fand er am Tattag nur 20 D-Mark und sah sich nach weiteren Einbruchsmöglichkeiten um. Er drang durch die angelehnte Balkontür in das Appartement ein und schlug der 26-Jährigen "gezielt, schnell und mit erheblicher Wucht" eine Wasserflasche auf den Kopf. Ob der Mann aus der Wohnung etwas gestohlen hat, war nicht mehr zu klären.

Das zierliche, nur rund 40 Kilo schwere Opfer erlitt zahlreiche Schädelbrüche. Nach der Spurenlage schleppte sich die 26-Jährige auf der Suche nach Hilfe noch vor die Tür und wieder zurück. Sie starb erst nach Stunden. Nach Angaben des Richters tötete der Mann mit dem Ziel, der Strafe für die Wohnungseinbrüche zu entgehen. Diese Verdeckungsabsicht sowie Heimtücke machten das Verbrechen zum Mord.

Quelle: dpa