"Blödsinnige Idee"Hopp-Erpresser gesteht
Aus Geldnot hat ein 43-jähriger Spediteur den Milliardär Dietmar Hopp bedroht und erpresst. Der hoch verschuldete Mann gesteht vor dem Landgericht in Heidelberg, im Sommer drei Drohbriefe geschrieben und 5,5 Millionen Euro gefordert zu haben.
"Ich bitte um Entschuldigung für die Angst und Sorgen, die ich verursacht habe", ließ der Fuhrunternehmer durch seinen Verteidiger erklären. Er sei spontan auf diese "blödsinnige Idee" gekommen, sagte er. Laut Anklage drohte der Spediteur dem Mäzen des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim und Mitgründer des Softwareunternehmens SAP damit, dessen Frau und die beiden Söhne umzubringen.
Auslöser war seinen Angaben zufolge, dass die Bank 30.000 Euro von ihm forderte. Als er bei einer seiner Touren an der SAP-Arena vorbeikam, sei die Idee zur Erpressung entstanden. Um ernst genommen zu werden, habe er eine Millionensumme gefordert. "Die sollten mich auch nicht für doof halten", schilderte der Spediteur. Wegen versuchter räuberischer Erpressung droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.
"Er zahlt nicht"
Dem 69 Jahre alten Hopp blieb dank des Geständnisses eine Zeugenaussage vor Gericht erspart. "Diese drei Wochen im Sommer waren eine sehr belastende Situation für Herrn Hopp und seine Familie", sagte Anwalt Alexander Keller, der den Unternehmer als Nebenkläger im Prozess vertritt. "Sie hat das sehr ernst genommen." Der Angeklagte habe versucht, den Druck ständig zu erhöhen.
Der Milliardär habe klar gemacht, dass er keinem Erpressungsversuch nachgeben werde. "Das ist eine ganz klare Entscheidung auch für potenzielle Nachahmer: Er zahlt nicht", betonte der Jurist. Im vorliegenden Fall sei ebenfalls kein Geld geflossen. Hopp habe sofort die Polizei eingeschaltet. Diese habe sehr zügig und professionell gearbeitet, so Keller.
Der Spediteur wurde wenige Tage nach einer fingierten Geldübergabe bei Trier festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Das Gericht hat für den Prozess zunächst zwei Verhandlungstage eingeplant.