Mittwoch, 30. April 2008
Österreich sorgt sich: Image-Kampagne geplant
Die österreichische Regierung sorgt sich nach dem Inzestverbrechen von Amstetten um seinen Ruf. "Nicht Österreich ist der Täter, sondern das ist ein unfassbarer Kriminalfall - aber ein Einzelfall", sagte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Die Regierung plant eine Imagekampagne, nachdem Österreich weltweit seit Tagen mit dem grauenvollen Inzest-Fall in Verbindung gebracht wurde.
Der 73-jährige Josef F. hat im Polizeiverhör gestanden, dass er die eigene Tochter als Gefangene in seinen Keller sperrte und mit ihr sieben Kinder zeugte. Drei der Kinder im Alter von 19, 18 und fünf Jahren zwang der Rentner, mit der heute 42-jährigen Elisabeth in den fensterlosen Zellen zu leben, die er unter seinem Haus eingerichtet hatte. Diese Kinder hatten bis vor wenigen Tagen den Keller nicht verlassen dürfen oder jemals Tageslicht gesehen. Die Mutter war 24 Jahre eingekerkert.
"Wir werden nicht zulassen, dass das ganze Land in Geiselhaft eines einzelnen Mannes ist", sagte Gusenbauer über Josef F., dessen Gesicht nun die ganze Welt kennt. Es würden Berater hinzugezogen, um das Ansehen Österreichs wiederherzustellen. Nähere Angaben dazu machte Gusenbauer nicht.
Vizekanzler Wilhelm Molterer bot den Opfern des Inzestverbrechens Unterstützung an. "Es ist unvorstellbar, was diesen Menschen angetan wurde", sagte Molterer. "Sie mussten einen Teil ihres Lebens in unmenschlicher Art verbringen."
Über den Verdächtigen Josef F. wurde die Untersuchungshaft verhängt. Seine Tochter und deren fünf Kinder werden von der Öffentlichkeit abgeschirmt in einem Krankenhaus betreut. Eine 19-jährige Tochter aus der Beziehung, die Josef F. mit Elisabeth erzwang, ist lebensgefährlich erkrankt.
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