Freitag, 02. Februar 2007
Klimawandel? Gibt es nicht!: Institut will Forscher kaufen
Ein US-Institut mit engen Verbindungen zur amerikanischen Ölindustrie hat Wissenschaftlern Geld für kritische Studien gegen den neuen Weltklimabericht angeboten. Das American Enterprise Institute (AEI) stellte Forschern eine Belohnung von jeweils 10.000 Dollar für Artikel in Aussicht, mit denen sie den Klimabericht widerlegen. Außerdem würden Reisekosten und sonstige Spesen übernommen, berichtete die britische Tageszeitung "The Guardian". Dem Blatt lagen dazu Briefe vor, die an Wissenschaftler verschickt wurden.
Das AEI gilt als eine der wichtigsten neokonservativen Denkschmieden in den USA. Dem "Guardian" zufolge wurde es vom Ölkonzern ExxonMobil mit mehr als 1,6 Millionen US-Dollar gefördert. Mehr als 20 AEI-Experten sollen als Berater für die US-Regierung von Präsident George W. Bush tätig gewesen sein. Im Vorstand von AEI sitzt unter anderem Lee Raymond, ein früherer Exxon-Chef.
Die Zeitung zitierte den britischen Klimaforscher David Viner mit den Worten, die Briefe seien "ein verzweifelter Versuch einer Organisation, welche die Wissenschaft zugunsten politischer Ziele verbiegen will".
Lobby-Organisationen in den USA sind im Kampf gegen "alarmistische" Klimaforscher sehr aktiv. 2006 produzierte das konservative Competitive Enterprise Institute (CEI) Fernsehwerbung, in der Kohlendioxid als ungefährliches Produkt moderner Gesellschaften dargestellt wird. "Jetzt wollen ein paar Politiker Kohlendioxid einen Schadstoff nennen", heißt es darin. "Stellen Sie sich vor, sie hätten damit Erfolg - wie würde unser Leben dann aussehen?"
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