Panorama

Drogen und Armut in BrasilienJährlich sterben 5000 Teenager

22.07.2009, 10:45 Uhr

In Brasilien werden einer UNICEF-Studie zufolge alljährlich etwa 5000 Kinder und Jugendliche bei Gewalttaten getötet. Zwei von tausend Kindern im Alter von zwölf Jahren erreichen demnach nicht das 19. Lebensjahr.

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Rio de Janeiro: In der brasilianischen Metropole werden zehn Prozent aller Morde an Jugendlichen verübt. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva versprach, das Problem durch vermehrte Anstrengungen im Kampf für bessere Bildung und gegen Jugendarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen.

Die vom Kinderhilfswerk UNICEF zusammen mit der brasilianischen Regierung und Beobachtern in den Elendsvierteln verfasste Studie prognostiziert ab dem Jahr 2006 gerechnet bis 2012 den gewaltsamen Tod von mehr als 33.000 Jugendlichen.

Drogen sind schuld

Besonders gefährdet sind demnach in Armut lebende schwarze männliche Teenager. 95 Prozent von ihnen schlössen die Grundschule nicht ab. Ein früher Tod drohe ihnen vor allem wegen des allgegenwärtigen Drogenhandels, "vor allem weil sie Konsumenten sind, nicht Dealer", sagte die brasilianische Unterstaatssekretärin für Menschenrechte, Carmem Oliveira.

Laut Oliveira sind Totschlagsdelikte in 45 Prozent der Fälle ursächlich für Todesfälle im Jugendalter. Ein Viertel sei auf natürliche Ursachen zurückzuführen, 22 Prozent auf Unfälle. Nach ihren Angaben ist die Mordrate in Brasilien 30 Mal so hoch wie in europäischen Ländern.

Ausweg Bildung

Besonders gefährlich leben der Studie zufolge Jugendliche in der Touristenstadt Foz de Iguazú an der Grenze zu Argentinien und Paraguay. Hier wird pro Jahr einer von hundert Jugendlichen getötet. In der Metropole Rio de Janeiro werden zehn Prozent der Morde an Jugendlichen verübt. Für die Studie wurden die Daten von 267 brasilianischen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern ausgewertet.

Lula sagte, im Kampf gegen die Gewalt bleibe noch viel zu tun. Die Regierung investiere bereits außergewöhnlich viel in Bildung, damit der Jugend der Weg in die Arbeitslosigkeit erspart bleibe. Dazu müsse auch die brasilianische Wirtschaft weiter angekurbelt werden.

Quelle: AFP