Sonntag, 05. April 2009
Schwachpunkt meist Kleinteile: Jedes fünfte Spielzeug fällt durch
Jedes fünfte Spielzeug ist bei einem Test des Verbraucherschutzministeriums in Düsseldorf mit Mängeln durchgefallen. Insgesamt hatten die Prüfer im Auftrag der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen 150 Spielsachen untersucht. Die Spielsachen für Kleinkinder bis drei Jahre wurden vom Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) getestet. Hintergrund war eine Vielzahl von Rückrufaktionen von Spielzeugen im Jahr 2007. Betroffen vor allem: Produkte aus Fernost, darunter auch Spielzeug namhafter Hersteller, die in China fertigen lassen.
Schwachpunkt seien meist Kleinteile wie Räder und Verzierungen, die verschluckt oder eingeatmet werden können. Die Kontrollaktion habe auch gezeigt, dass in vielen Sachen Gifte steckten. 16 Proben wiesen chemische Mängel auf, in neun Spielzeugen wurden schädliche Weichmacher gefunden. Diese sogenannten Phthalate stünden in Verdacht, Unfruchtbarkeit bei Männern hervorzurufen, und seien seit 2007 verboten. In vier Proben fanden die Prüfer Spuren des Stoffes Formaldehyd, der als krebsverdächtig gilt. Das Gift kann auch in Holzspielzeug aus Spanplatten oder Sperrholz vorkommen. In einer Probe wurden Schwermetalle nachgewiesen. Die Mängel zeigten sich sowohl bei Markenwaren wie auch bei Billiganbietern.
Verbraucher sollten auf den freiwilligen Hinweis "PVC-frei" oder "phthalatfrei" und auf das Qualitätsmerkmal GS achten, das der TÜV vergibt. Auch die CE-Kennzeichnung, die auf die europäische Sicherheitsnorm hinweist, sollte nicht fehlen. Käufer könnten Spielzeug notfalls im Laden auspacken, um es zu begutachten. Bei farbigen Teilen sollte der Kunde an der Oberfläche reiben, um zu sehen, ob sich die Farbe löst. Stark riechende Spielzeuge sollte man nicht kaufen.
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