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Freitag, 07. September 2007

Ekeldöner ohne Ende: Jetzt auch in Schleswig-Holstein

In Lägerdorf in Schleswig-Holstein wurde ein Döner-Produzent verhaftet, weil er seit Dezember 2006 "nicht zum Verzehr zugelassenes Fleisch ohne Herkunftsnachweis beigemischt" haben soll. Dem Mann wird gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Itzehoe am Freitag mitteilte. In Bayern bestätigten unterdessen Untersuchungen, dass in dem Betrieb in Wertingen minderwertiges Fleisch verkauft worden war.

Oberstaatsanwalt Friedrich Wieduwilt in Itzehoe erklärte, die unzulässig beigemischte Fleischmenge habe sich auf zirka 41 Tonnen belaufen. "Der Beschuldigte hat die Taten inzwischen weitgehend gestanden", sagte er. Der Mann wurde gegen Auflagen wieder freigelassen. Vorher war er kurz vor einer Reise in die Türkei festgenommen worden.

Aufmerksam wurden die Ermittlungsbehörden durch den Hinweis eines Mitarbeiters, der zunächst das Gesundheitsamt informiert hatte. Bei einer Durchsuchung der Geschäftsräume wurden am Dienstag fünf Tonnen Fleisch sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Der Verzehr der in Norddeutschland vertriebenen Fleischprodukte aus dem Betrieb hat nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zu keiner Gefahr für die Konsumenten geführt. Untersuchungen sollen nun klären, ob das Fleisch verdorben war. Außerdem wird gegen die Fleischlieferanten ermittelt.

Damit steht schon wieder die Dönerproduktion im Mittelpunkt eines Fleischskandals. Erst vor wenigen Tagen hatten Lebensmittelkontrolleure in den Drehspießen für Muslime verbotenes Schweinefleisch entdeckt. Stichproben in Hessen, Thüringen und Bayern ergaben in jedem dritten Döner deutliche Anteile von Schweinefleisch, wie der Verband Unabhängiger Prüflaboratorien mitteilte.

Im Zusammenhang mit Dönerfleisch war erst vergangene Woche ein erneuter Ekelfleischskandal ans Licht gekommen. Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen mitteilte, wurden bei einer Untersuchung 43 von 60 Fleisch- und Wurstproben aus dem Betrieb in Wertingen beanstandet. Bei einer Probe sei sogar der Erreger Salmonella Typhimurium nachgewiesen worden, dieses Fleisch gelte als "gesundheitsschädlich im rohen Zustand". Es sei aber nicht von einer Gesundheitsgefahr für den Menschen auszugehen, da das Fleisch nicht für den Verzehr in rohem Zustand bestimmt gewesen sei. Die Proben waren aus zehn Tonnen sichergestelltem Fleisch entnommen worden. Der Fleischhändler soll Schlachtabfälle umetikettiert und bis zu 180 Tonnen davon unter anderem an Dönerproduzenten in Berlin verkauft haben.

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