"Er bestreitet die Vergewaltigung"Kachelmann bleibt in Haft
Auch nach seiner Anhörung bleibt TV-Wetterexperte Kachelmann in Untersuchungshaft, das Amtsgericht Mannheim verschiebt die Entscheidung über die Freilassung. Der Moderator habe umfassend ausgesagt und wolle weitere Beweisanträge stellen.
TV-Wetterexperte Jörg Kachelmann bleibt vorerst im Gefängnis. Das sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Mannheim. Das Gericht habe "aus prozessualen Gründen" noch keine Entscheidung über die Fortdauer der Untersuchungshaft getroffen.
Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft Mannheim, Andreas Grossmann, sagte der Moderator umfassend vor dem Haftrichter aus. "Er bestreitet die Vergewaltigung. Er hat sich vorbehalten, weitere Beweisanträge zu stellen und einen neuen Haftprüfungstermin zu beantragen", so Grossmann. "Wir schätzen die Aussagen der Frau als glaubhaft ein." Es bestehe ein dringender Tatverdacht.
Genauere Prüfung
Ein Haftrichter hatte bei der Anhörung zu entscheiden, ob der Wetterexperte vorläufig auf freien Fuß kommt oder weiter in U-Haft bleiben muss. Vor dem Termin hatte der Anwalt des TV-Moderators, Reinhard Birkenstock, bereits angekündigt, er rechne nicht mit einer schnellen Freilassung Kachelmanns. Die Angaben seines Mandanten müssten seiner Einschätzung nach länger geprüft werden. "Ich bin unschuldig", sagte Kachelmann wartenden Fotografen.
Wäre gegen den TV-Moderator entschieden worden, hätte er keinen neuen Prüfungstermin beantragen können. Dann wäre ihm nur der Weg über eine Haftbeschwerde offen geblieben.
Dem 51-Jährigen wird vorgeworfen, Anfang Februar seine frühere Lebensgefährtin vergewaltigt zu haben. Der Moderator war am vergangenen Wochenende auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Sowohl seine Anwälte als auch eine Sprecherin seines Schweizer Unternehmens Meteomedia hatten die Vorwürfe dementiert und angekündigt, Kachelmann werde sich dagegen juristisch zur Wehr setzen.
Opfer-Anwalt äußert sich
Der Anwalt der 36-Jährigen, die den Wetterexperten wegen Vergewaltigung angezeigt hat, will die Aussagen Kachelmanns sorgfältig prüfen. "Wir hatten noch keine Akteneinsicht", sagte Thomas Franz. Der Jurist hatte an der Anhörung nicht teilgenommen. Franz' Angaben zufolge ist seine Mandatin in psychotraumatologischer Behandlung und geht derzeit nicht zur Arbeit.
Die Moderatorin eines privaten Radiosenders habe Kachelmann im Februar unmittelbar nach der Tat angezeigt, teilte der Anwalt mit. Es gebe zahlreiche Beweise. "Meine Mandantin war auch in der Gynäkologie in Heidelberg", sagte Franz. Es liege ein rechtsmedizinisches Gutachten vor, das ihre Aussagen bestätige. Die 36-Jährige habe mit Kachelmann eine langjährige Beziehung gehabt.