Freitag, 18. September 2009
Martyrium im Kanalschacht: Kassandra bleibt bewusstlos
Die neunjährige Kassandra, die ein Unbekannter in Velbert bei Essen lebensgefährlich verletzt in einen Kanalschacht geworfen hat, liegt nicht mehr im künstlichen Koma. Das Kind sei aber noch nicht bei Bewusstsein, sagte ein Sprecher der Polizei in Mettmann. Es sei auch nicht absehbar, wann das Mädchen erwache und ob es sich dann an das Martyrium erinnern könne.
Etwa 60 Beamte rodeten am Freitag Büsche und Bäume rund um den Kanalschacht und stellten "jeden Millimeter auf den Kopf", sagte der Sprecher. Auch den Weg von dem Spieltreff, wo sich Kassandra bis unmittelbar vor dem Übergriff aufhielt, zur nur wenige hundert Meter entfernten Wohnung ihrer Eltern wollten die Ermittler noch einmal abgehen. Plakate im Zentrum vom Ortsteil Neviges und die Befragung von Anwohnern sollen den entscheidenden Hinweis auf den oder die Täter liefern. Bislang gebe es noch keine heiße Spur, sagte der Polizeisprecher. Etwa 90 Beamte seien im Einsatz.
Ein Unbekannter hatte Kassandra lebensgefährlich verletzt in den dunklen, 1,50 Meter tiefen Schacht geworfen und den Gully mit dem rund 40 Kilogramm schweren Deckel verschlossen. Ein Spürhund hatte die grausam zugerichtete Neunjährige in der Nacht zu Dienstag gerade noch rechtzeitig in dem Schacht entdeckt. Kassandras Eltern hatten sie Stunden zuvor als vermisst gemeldet, nachdem sie nicht von dem Spieltreff zurückgekehrt war.
dpa
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