Panorama

"Mein Pantheon"Kiefer liebt Atomkraftwerke

30.10.2011, 09:42 Uhr
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Ein Banause, wer hier nicht in Verzückung gerät: das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich am Rhein. (Foto: picture alliance / dpa)

Künstler Anselm Kiefer mag Atomkraftwerke und Nazi-Architektur. Den Kühlturm des Schwarzbau-Meilers Mülheim-Kärlich soll sein "Pantheon" werden.

Der in Frankreich lebende deutsche Künstler Anselm Kiefer will das abgeschaltete Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich kaufen. "Ich bin fasziniert von Atomkraftwerken", sagte Kiefer dem "Spiegel".

Das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich nahe Koblenz war nicht einmal zwei Jahre am Netz. Der Stecker wurde bereits in den 1980er Jahren gezogen, weil es nicht entsprechend der Baugenehmigung errichtet worden war. Eigentümer ist der Energiekonzern RWE.

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Anselm Kiefer (Foto: picture alliance / dpa)

Nachdem er das Kraftwerk zusammen mit RWE-Chef Jürgen Großmann besucht habe, sei er "sicher, zumindest den Kühlturm zu bekommen", sagte Kiefer. Über konkrete Nutzungspläne für den Meiler machte der Künstler keine Angaben. "Dieses Atomkraftwerk ist so phantastisch, wunderbar, das ist mein Pantheon." Ein Pantheon ist eine Art Ruhmeshalle.

Zwar seien "die Menschen anscheinend nicht fähig, die Technik zu beherrschen", so Kiefer. Atomkraftwerke seien aber die "phantastischste Form der Energieerzeugung" und hätten "etwas Mythologisches" an sich.

"Die Deutschen trennen sich zu leicht und zu schnell von ihrer Geschichte", befand Kiefer. Nach seiner Ansicht hätte Berlin sogar nach den Plänen des Nazi-Architekten Albert Speer "wieder aufgebaut" werden sollen. Speer war zudem Hitlers Rüstungsminister. Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess wurde er wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt, die er voll absaß.

Quelle: hvo/AFP