Letzte Ruhe ohne BVBKirche verbietet Grabmal

Im Alter von neun Jahren stirbt der BVB-Fan Jens Pascal an Krebs. Vorher äußert er einen letzten Wunsch: Auf seinem Grabstein soll auch Borussia Dortmund verewigt werden. Doch der Kirche, die den Friedhof betreibt, geht die Umsetzung dieses letzten Willens etwas zu weit.
Der letzte Wunsch des kleinen Borussia Dortmund-Fans Jens Pascal wird für die Kirche zum Problem. Der krebskranke Junge wünschte sich kurz vor seinem Tod einen Grabstein mit Fußball und BVB-Emblem. Meistertrainer Jürgen Klopp hatte den Neunjährigen zuvor mit einigen Spielern in der Kinderklinik besucht. Nach seinem Tod wollen Vater und Mutter nun dem Sohn den letzten Wunsch erfüllen. Sie haben die Rechnung aber ohne die Friedhofsordnung der katholischen Kirchengemeinde Mariä Heimsuchung gemacht.
Der Kirchenvorstand lehnt das Grabmal ab, weil ihm die christliche Symbolik fehlt. Im Internet formt sich Protest, besonders über eine Facebook-Gruppe mit gut 1000 Mitgliedern. Sogar eine Demo für Jens Pascal soll auf die Beine gestellt werden.
Eine Granitstele, darauf ein schwarz-weißer Fußball mit BVB-Emblem und dem Borussen-Slogan "Echte Liebe" – so ist das Grabmal geplant. Der BVB gab schon seine Zustimmung.
Würde der Stein auch ein Kreuz zeigen und etwas kleiner sein, könnte sich die Kirche vorstellen, ihre Genehmigung zu geben. Den Sturm der Entrüstung empfindet Kirchensprecher Michael Bodin als etwas ungerechtfertigt. Der Kirchenvorstand habe sich nur an die Friedhofssatzung gehalten.
Die Verbraucherinitiative Bestattungskultur "Aeternitas" gibt der Kirche weitgehend Recht. Auf einem kirchlichen Friedhof könnten strengere Maßstäbe angewendet werden, sagte der Vorsitzende Christoph Keldenich. Er schlägt vor, was nun auch die Kirche anstrebt: Sie will mit dem Vater sprechen.
Kirche sucht den Kompromiss
Der Streit um den Grabstein für Jens Pascal ist nicht der erste, der für Streitereien sorgt. Vor vier Jahren scheiterte der Versuch im Siegerland, einem Schalke-Anhänger das Grab mit Fußball-Kunst zu verschönern. Ein Granitstein mit einem Torwinkel aus Edelstahl, darin ein Ball mit Schalke-Emblem wurde gefertigt. Hätte der Steinmetz die städtische Friedhofsverwaltung gefragt, hätte er sich die Arbeit sparen können. Edelstahl und Fußballmotiv lehnte die Verwaltung ab. Der Friedhof wolle nicht Werbeträger für einen Verein sein, heißt es bis heute.
Keldenich weiß um die Schwierigkeiten besonderer Grabgestaltung. "Individualität ist gewünscht. Aber ein Rockmusiker wird es zum Beispiel schwer haben, eine Gitarre integrieren zu lassen." Auf einem städtischen Friedhof sei es meist leichter als auf einem kirchlichen.
In der Kirchengemeinde Mariä Heimsuchung hieß es, sie verstehe den Schmerz der Eltern des verstorbenen Jungen. Die Gemeinde bedauere, dass es bisher nicht zu einer Einigung gekommen sei. "Es ist keinesfalls unsere Absicht, dem 'letzten Wunsch' des jungen Fußballfans im Wege zu stehen", schrieb sie. Der Weg für einen Kompromiss sei offen.