Panorama

Große Aufregung in Pariser VorortzugGold im Koffer ist nur Metall

03.01.2012, 13:53 Uhr
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Ein glänzender Anblick: Goldbarren. (Foto: picture alliance / dpa)

Er war das Gesprächsthema zum Jahreswechsel: ein mysteriöser Goldfund in einem Pariser Vorortzug. Nachdem sich tagelang kein Besitzer der 20 herrenlosen Barren meldete, löste die Polizei ein Geheimnis.

Es war der Stoff, aus dem die Träume sind: ein Schaffner findet in einem Pariser Vorortzug einen herrenlosen Koffer, löst Alarm aus - und lässt die herbei eilenden Sprengstoffexperten in grenzenloses Staunen verfallen. Denn in dem Koffer entdeckten sie beim ersten Augenschein 20 Goldbarren, deren Wert in Medienberichten bereits auf 800.000 Euro taxiert wurde. Von 20 Kilogramm Gold berichtete sogar die Zeitung "Le Parisien" - und spekulierte darüber, wer sich angesichts eines ausbleibenden Besitzers über das kleine Vermögen freuen kann.

Denn der funkelnde Fund vom Freitagabend löste wenige Stunden vor Silvester nicht nur erste Hoffnung auf üppigen Finderlohn aus, sondern befeuerte auch nachhaltig die Fantasie rund um Frankreichs Silvester-Partys. Wer vergisst einen derartigen Wertkoffer einfach achtlos in einer Vorort-Bahn? Die Polizei blieb skeptisch und ordnete genaue Analysen an. Immerhin gab es keine offiziellen Stempel auf den Barren - was die Möglichkeit von inoffiziell geschmolzenem Gold offen ließ. In Südafrikas Goldgruben machen immerhin regelmäßig Berichte über gut organisierte Banden Schlagzeilen, die unterirdisch mit ganzen Arbeiterheeren illegal Gold fördern und außer Landes bringen.

Krimineller Hintergrund vermutet

Also ein krimineller Hintergrund? Auch die Tatsache, dass sich niemand als Besitzer meldete, steigerte die Skepsis der Ermittler. Nach eingehender Analyse hatten sie dann heute zumindest in einem Punkt Klarheit: die Barren bestehen nicht aus Gold, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise, sondern einem noch zu bestimmenden anderen Material.

Damit wird die Hypothese eines kriminellen Hintergrund erneut gestärkt. Ein ganzes Team von Polizisten ist nun damit beschäftigt, die Videos der Überwachungskameras auf den Bahnhöfen der RER-Linie B nach Massy-Palaiseau (rund 15 Kilometer südlich von Paris) auf Hinweise nach den Eigentümern zu prüfen. Die Polizei geht nach Medienberichten nun davon aus, dass der Besitzer der Barren bei einer Zug-Kontrolle kalte Füße bekommen und ohne seine falschen Goldbarren das Weite gesucht hat.

Quelle: dpa