Dienstag, 16. September 2008
Historisches Angebot: Kuba lehnt US-Hilfe ab
Die USA haben an die kubanische Führung appelliert, ihre Entscheidung zu überdenken und Hurrikan-Hilfe im Umfang von fünf Millionen Dollar (etwa 3,5 Millionen Euro) anzunehmen. Das Hilfspaket schließt nach US-Angaben auch ein bisher einmaliges Angebot ein, dringend benötigte Güter mit einer Zivilmaschine direkt nach Havanna zu transportieren. Kuba hat die US-Hilfe nach den jüngsten Hurrikans "Ike" und "Gustav" bisher aber zurückgewiesen.
Die Regierung des kommunistischen Landes will stattdessen, dass die USA Teile des seit Jahrzehnten gegen Kuba verhängten Embargos vorübergehend aussetzen, damit US-Unternehmen vor allem Baumaterialien und Lebensmittel gegen Kredite nach Kuba liefern können. Das haben die USA ihrerseits abgelehnt. Wie Außenamtssprecher Sean McCormack mitteilte, hat die US-Regierung aber seit den Verwüstungen auf Kuba durch "Gustav" am 7. September Genehmigungen im Wert von 250 Millionen Dollar zum Verkauf von Agrargütern erteilt, darunter Holz für Wiederaufbauarbeiten.
Kuba will Lockerung
Kuba sei nicht bereit, Geschenke von einem Land anzunehmen, das es "blockiert", hieß es in einer veröffentlichten Note an das US-Außenministerium. Wenn die USA keine dauerhaften Lockerungen wollten, sollten sie angesichts der Schäden durch die Stürme eine sechsmonatige "Pause" verfügen.
Die USA bedauerten die Zurückweisung des Hilfsangebots, sagte McCormack in Washington. Die Leidtragenden seien die Menschen auf der Insel. "Unser einziges Ziel ist es, den Menschen in schweren Nöten das Los zu erleichtern", zitierte die "Washington Post" auch Henrietta Fore, Chefin der Entwicklungsbehörde des Ministeriums.
Hilfsflüge angeboten
Fore zufolge haben die USA angeboten, sofort eine Ladung mit Plastikplanen, Decken und Hygieneartikeln im Wert von 350.000 Dollar nach Havanna zu fliegen und dort direkt kubanischen Regierungsbeamten zur Verteilung zu übergeben. Weitere Transportflüge würden dann folgen. Die kubanische Regierung hat inzwischen Hilfe der Vereinten Nationen, Russlands, Brasiliens, Ecuadors, Mexikos, Spaniens, Venezuelas und anderer Länder angenommen. Die Stürme haben mehrere hunderttausend Häuser in ganz Kuba beschädigt oder zerstört und der Landwirtschaft erhebliche Schäden zugefügt. Sieben Menschen kamen durch die Unwetter ums Leben.
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