Freitag, 07. Januar 2011
Vier Stunden im Laufrad: Künstlerin quält 100 Hamster
Als sie ihren todkranken Kater zu einer Fellhandtasche verarbeite, bekam die holländische Konzeptkünstlerin Tinkebell hasserfüllte Mails aus aller Welt. Jetzt steht sie vor Gericht, weil sie bei einer Installation fast 100 Hamster vier Stunden lang in Laufrädern strampeln ließ. Höchstens 30 Minuten wären zumutbar gewesen, fand die Staatsanwaltschaft und verlangte vor dem Bezirksgericht in Amsterdam eine Geldstrafe von 950 Euro.
Gegen die Hamster-Aktion der Künstlerin mit bürgerlichem Namen Katinka Simonse in einer Amsterdamer Galerie war im Jahr 2008 nach Anzeigen von Tierschützern die Polizei eingeschritten. die 31-Jährige hatte damit einen oft gedankenlose Umgang mit Haustieren anprangern wollen. "Gegen einen Hamster im Tretrad sagt niemand etwas, gegen 100 plötzlich doch", sagte sie.
Den bislang größten Wirbel löste Tinkebell 2004 mit der Präsentation ihres Katers Pinkeltje als Handtasche aus. Damit wolle sie hinterfragen, wieso die Gesellschaft die Verarbeitung von Millionen von Nutztieren zu Konsumgütern hinnimmt, erklärte sie. Sie wolle "doppelte Moral" entlarven. Einige empörte Katzenfreunde drohten ihr damals im Internet mit Mord.
dpa
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