Donnerstag, 29. Juli 2010
Deeskalation falsch verstanden: Magdeburger Beamte flippen aus
Eigentlich sollen die Polizisten aus Sachsen-Anhalt ihre Hamburger Kollegen bei einem Einsatz im Schanzenviertel unterstützen. Da geht es um eine Demonstration "gegen Polizeigewalt", bei der es dann auch zu Ausschreitungen kommt. Allerdings benehmen sich auch die 16 Magdeburger Beamten daneben.
(Foto: dpa)
Beamte einer Polizeihundertschaft aus Sachsen-Anhalt haben nach einem Einsatz in Hamburg in einem dortigen Hotel Gäste und Personal belästigt. Einen entsprechenden Bericht des "Hamburger Abendblatts" bestätigten das Innenministerium von Sachsen-Anhalt und die Hamburger Polizei. Die Beamten hätten sich "ordentlich daneben benommen", sagte der Polizeisprecher. Hamburgs Polizeipräsident Werner Jantosch sei "stinksauer".
Nach Angaben des Magdeburger Innenministeriums waren 16 Beamte der Hundertschaft am Samstagabend durch ruhestörenden Lärm auf Hotelzimmern und Fluren aufgefallen. Darüber hinaus sei es zu "Konfrontationen" mit dem Personal gekommen. Er sprach von "unschönen Zwischenfällen". Ob die Polizisten betrunken waren, sei derzeit unklar und werde ermittelt. Das "Hamburger Abendblatt" hatte unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, Polizisten seien Bier trinkend durch die Hotelflure "getaumelt" und hätten auch eine Hochzeitsgesellschaft gestört.
Gegen die beteiligten Beamten werde nun die mögliche Einleitung eines Disziplinarverfahrens geprüft, so der Sprecher des Innenministeriums. Der Leiter der Bereitschaftspolizei Sachsen-Anhalt habe sich bereits in einem Brief für die Vorgänge in dem Hotel entschuldigt.
Die Beamten aus Sachsen-Anhalt waren am Wochenende zur Unterstützung der Hamburger Polizei in die Hansestadt geschickt worden. Dort fand am Samstag im Schanzenviertel eine Demonstration gegen "Polizeigewalt" statt, nach der es rund um den bekannten linksautonomen Szenetreff "Rote Flora" zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. Die Hundertschaft aus Sachsen-Anhalt war an dem Einsatz beteiligt und fuhr anschließend in das Hotel, wo die Hamburger Polizei Übernachtungszimmer für sie gebucht hatte. Die Unterbringung von auswärtigen Einheiten in Hotels ist üblich, wenn sich die Polizeibehörden verschiedener Länder bei Großeinsätzen gegenseitig unterstützen.
AFP
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