Panorama

Greenpeace warnt vor AusbreitungMais-Saatgut teils genverändert

15.08.2008, 13:58 Uhr

Die Umweltorganisation Greenpeace hat in konventionellem Saatgut von Mais genveränderter Bestandteile entdeckt und warnt nun vor deren schleichender Verbreitung.

Konventionelles Mais-Saatgut in Deutschland enthält nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace zum Teil genveränderte Bestandteile. In neun von 438 untersuchten Proben seien genveränderte Organismen gefunden worden. In vier Fällen habe es sich dabei um illegalen genveränderten Mais gehandelt, teilte Greenpeace unter Berufung auf Zahlen der Länderbehörden mit. Die neun verunreinigten Proben stammen demnach aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Greenpeace befürchtet eine schleichende Ausbreitung der genveränderten Pflanzen. Zwar gelte in der EU ein Reinheitsgebot für Saatgut, demzufolge herkömmliche Sorten nicht mit genetisch veränderten vermischt werden dürfen. Es gebe aber Bestrebungen, das Gebot zugunsten von Grenzwerten abzuschaffen.

"Das Reinheitsgebot darf nicht gekippt werden", forderte Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace. Brächten Landwirte ein zu 0,1 Prozent verunreinigtes Saatgut auf ihren Äckern aus, würden pro Hektar etwa 100 Gen-Pflanzen wachsen. In den getesteten Proben lag der Anteil der Beimischungen bei maximal 0,16 Prozent.