Panorama

Nach 150 Jahren DiskriminierungMaori erhalten Entschädigung

25.06.2008, 13:32 Uhr

Neuseeländische Ureinwohner erhalten von der Regierung nach über 150 Jahren Diskriminierung ein großes Entschädigungspaket.

Nach mehr als 150 Jahren Diskriminierung hat Neuseeland sieben Maori-Stämmen als Wiedergutmachung für erlittenes Unrecht riesige Waldgebiete übereignet. Das in Wellington unterzeichnete Übereinkommen ist das bislang größte Entschädigungspaket für die Ureinwohner Neuseelands, die im 19. Jahrhundert von Einwanderern von ihrem Land vertrieben worden waren. Die 176.000 Hektar Wald sowie die Einnahmen aus der Bewirtschaftung haben nach Angaben der Regierung einen Gesamtwert von 500 Millionen neuseeländischen Dollar (243 Millionen Euro).

Die sieben Stämme mit rund 100.000 Mitgliedern werden damit die größten Waldbesitzer in Neuseeland. Das Gebiet auf der Nordinsel besteht vor allem aus kommerziell betriebenen Kiefernplantagen.

20 Jahre verhandelt

Mehrere hundert Maori waren zur Unterzeichnung der Verträge in die Hauptstadt gereist. Sie feierten das historische Abkommen ausgelassen, das nach 20 Jahren Verhandlungen zustande gekommen war.

Die neuseeländische Regierung betrachtet die Einigung als Wiedergutmachung für die eklatanten Verletzungen des Waitangi-Abkommens mit den Maori von 1840. Darin war den Ureinwohnern die Nutzung ihrer Länder eigentlich garantiert worden. "Es ist eine Tragödie unserer Geschichte, dass die Krone in den eineinhalb Jahrhunderten seit der Unterzeichnung Versprechungen auf vielerlei Art nicht eingehalten hat", sagte der stellvertretende Regierungschef Michael Cullen. Rund 15 Prozent der neuseeländischen Bevölkerung, eine gute halbe Million Menschen, bezeichnen sich als Maori.