Weitere Schweinegrippe-ToteMehr als 4300 Infizierte
Die Schweinegrippe hat mehr als 4300 Menschen in 29 Ländern erfasst. Das meldet die Weltgesundheitsorganisation.
Die Schweinegrippe hat mehr als 4300 Menschen in 29 Ländern erfasst. Das meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aus der Bilanz des europäischen Seuchenkontrollzentrums ECDC in Stockholm geht hervor, dass bislang mehr als 50 Menschen an dem Virus starben.
Die meisten Toten stammen mit 48 aus Mexiko, in den USA waren es laut ECDC 2, US-Behörden meldeten unterdessen jedoch ein weiteres Todesopfer im Bundesstaat Washington. Kanada und Costa Rica meldeten jeweils einen Todesfall. In den Vereinigten Staaten sind mittlerweile 2254 Menschen mit dem Schweinegrippe-Erreger infiziert, in Mexiko sind es 1626; in Kanada 280, wie die ECDC mitteilte. In Deutschland sind weiter elf Fälle bestätigt.
Wie die Gesundheitsbehörden laut "Seattle Times" mitteilten, kommt der dritte Tote in den USA aus dem Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA. Er sei am 30. April erkrankt und am Mittwoch gestorben. Es wurden laut "Seattle Times" keine näheren Angaben gemacht, wie oder wo sich der Mann mit dem Schweinegrippenvirus H1N1 infiziert haben könnte. Der Patient sei gut 30 Jahre alt und stamme aus dem Bezirk Snohomish. Er habe chronische Herzprobleme gehabt.
Erster Toter in Costa Rica
Die Gesundheitsministerin des US-Bundesstaates Washington, Mary Selecky, sagte, die Annahme, dass die Bedrohung durch die Schweinegrippe zurückgehe, habe sich nun als falsch erwiesen. Sie forderte die Menschen auf, angemessene Vorsicht walten zu lassen. In Costa Rica forderte die Epidemie am Samstag ein erstes Todesopfer. Kanada meldete ebenfalls einen ersten Todesfall. Allerdings habe die Frau schon vorher chronische Gesundheitsprobleme gehabt, erläuterte die Gesundheitsbehörde der Provinz Alberta.
In Japan gibt es inzwischen eine vierte bestätigte Erkrankung, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntagmorgen berichtete. Ein Lehrer und zwei Schüler, die auf einer Reise in Kanada gewesen und über die USA zurückgeflogen seien, seien infiziert, teilte die Regierung mit. Der vierte Erkrankte, ebenfalls ein Student, sei zusammen mit den drei anderen in dem Flugzeug aus den USA gekommen.
In Mexiko und den Ländern Mittelamerikas dauern die Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung der Schweinegrippe unterdessen an. In zwei mexikanischen Bundesstaaten bleiben die Schulen eine Woche länger geschlossen. In Guatemala wurde nach Bekanntwerden neuer Infektionsfälle eine erhöhte Alarmbereitschaft ausgerufen.
Der Schweizer Soziologe und ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, kritisierte den Umgang mit der Schweinegrippe scharf. Vor allem die Kampagne der WHO schüre Angst und stehe in keinem Verhältnis zu den wirklichen Problemen. "Von 6,2 Milliarden Menschen sind vermutlich seit einigen Wochen etwa 45 an der Grippe gestorben. Aber 100.000 Menschen sterben jeden Tag an Hunger und seinen unmittelbaren Folgen", sagte Ziegler der Deutschen Presse-Agentur. Alle fünf Sekunden verhungere ein Kind unter zehn Jahren. "Das nehmen wir hin mit eisiger Normalität."