Mittwoch, 08. Oktober 2008
Erdnuss-Snacks aus China: Melamin in Ungarn entdeckt
In Erdnuss-Snacks aus China haben die ungarischen Behörden große Mengen der gefährlichen Industriechemikalie Melamin entdeckt. Die Erdnüsse mit Käse wurden bei einer Routinekontrolle Ende September in Debrecen gefunden, wie das Agrarministerium in Budapest miteilte.
Die Snacks enthielten 19,9 Milligramm Melamin pro Kilo, der zulässige Grenzwert beträgt dagegen lediglich 2,5 Milligramm pro Kilo. Laut Ministerium wurden das Lager des Snack-Importeurs geschlossen und die EU-Gesundheitsbehörden verständigt.
94.000 Kinder in China erkrankt
In China selbst sind Medienberichten zufolge weitaus mehr Kinder an verseuchten Milchprodukten erkrankt als bislang bekannt. Nach einer Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters von Berichten verschiedener Regionalmedien sind fast 94.000 Kinder in dem asiatischen Land von dem Milchskandal betroffen. Das wären mehr als doppelt so viele als von der Regierung am 21. September bekanntgegeben. Die chinesischen Behörden versicherten, sie hätten die Situation unter Kontrolle. Die Zahl der neuer Fälle nehme erkennbar ab, sagte ein Wissenschaftler vom Institut für Lebensmittelsicherheit.
Die meisten behandelten Kinder befinden sich den Medienberichten zufolge in keinem ernsten Zustand. Vier Kinder sind gestorben, nachdem sie mit der Chemikalie Melamin verseuchte Milch getrunken hatten. Nach Angaben der Regierung seien keine weiteren Produkte gefunden worden, in denen die Grenzwerte für den zulässigen Melamingehalt überschritten worden seien.
Die chinesische Polizei hat bisher 26 Personen festgenommen, die in den Skandal verwickelt sein sollen. Ihnen wird vorgeworfen, mit Hilfe von Melamin in Lebensmitteltests bessere Ergebnisse zu erzielen. In Deutschland und anderen Ländern tauchten melaminverseuchte Bonbons in Asia-Shops auf. Die EU hat ein Einfuhrverbot für Milchprodukte aus China verhängt.
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