Bomben aus dem UntergrundExplosionen erschüttern Griechenland
Innerhalb von 24 Stunden detonieren in Griechenland zwei Sprengsätze. Einer vor einm Hochsicherheitsgefängnis in der Hafenstadt Piräus, ein anderer im Keller eines Gerichtsgebäudes in Thessaloniki. Die Polizei vermutet hinter den Anschlägen linksextremistische Gruppen.
Zwei schwere Explosionen haben innerhalb weniger Stunden die griechischen Hafenstädte Thessaloniki und Piräus erschüttert. Ein Sprengsatz detonierte im Keller des Gerichtsgebäudes der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki. Dabei wurde ein Mann leicht verletzt. Die Polizei hatte das Gebäude nach einem Warnanruf evakuiert.
Bombe detoniert in Piräus
Am Vorabend hatte bereits eine Explosion die Hafenstadt Piräus erschüttert. Dort war eine Bombe an der Mauer eines Hochsicherheitsgefängnisses in der Piräus-Vorstadt Korydallos explodiert. Zwei Menschen wurden leicht verletzt, berichtete der griechische Rundfunk.
Die Bombe enthielt nach Medieninformationen etwa zwölf Kilogramm Sprengstoff und wurde durch einen Zeitzünder ausgelöst. Etwa 20 Minuten vor der Detonation gingen anonyme Telefonanrufe bei der Tageszeitung "Eleftherotypia" und dem Fernsehsender "Alter" ein.
Im Zuge der Ermittlungen zu der Explosion nahe Piräus sprach die Polizei von einer Zeitbombe, die in einer Reisetasche verpackt und in einer Mülltonne vor dem Gefängnis versteckt war. Die Detonation war bis in das etwa acht Kilometer entfernte Athener Stadtzentrum zu hören.
Hinter beiden Anschlägen vermutet die Polizei linksgerichtete Untergrundorganisationen. In beiden Fällen hatten unbekannte Anrufer vor den Detonationen gewarnt.
Hunderte Menschen evakuiert
In Thessaloniki forderte die Polizei die Menschen mit Lautsprechern auf, das Gebäude sofort zu verlassen. Kurz nach 13.00 Uhr Ortszeit, unmittelbar vor der Explosion, befanden sich noch hunderte Menschen im Gerichtsgebäude. Auf Fernsehbildern war zu erkennen, dass die Bombe in dem Moment explodierte, als gerade die letzten Menschen aus dem Gebäude rannten.
Linksgerichtete Gruppierungen verüben seit Jahren derartige Bombenanschläge in Griechenland. Der Polizei war es im April gelungen, die gefährlichste dieser Untergrundorganisationen größtenteils zu zerschlagen. Fünf mutmaßliche Mitglieder der Organisation "Revolutionärer Kampf" wurden festgenommen und angeklagt. Zudem war ein Waffenlager der Gruppe ausgehoben worden.
Mehrere Mitglieder anderer Terrororganisationen sind in dem Gefängnis in Korydallos inhaftiert. Griechische Medien vermuteten, die linksgerichteten Untergrundorganisationen wollten mit diesen beiden Anschlägen die Nachricht übermitteln, sie seien präsent und nicht zerschlagen.