Panorama
Freitag, 28. August 2009

Deutsche Hubschraubermeisterschaft: Mit Ruhe durchs Fender-Rigging

Wer Deutscher Meister im Hubschrauber-Fliegen werden will, braucht Konzentration, Gelassenheit und viel Fingerspitzengefühl. In Baden-Württemberg kämpfen 19 Teams um den Titel.

2m342948.jpg2698727256988382389.jpgMit lautem Rattern startet der Hubschrauber. Jetzt muss alles sehr schnell gehen: In maximal 55 Minuten müssen die Piloten im Umkreis von 100 Kilometern mehrere Luftfahrtzeichen finden, wieder zum Flugplatz zurückkehren, dort Säcke und Kegel auf Markierungen abwerfen und anschließend sicher landen. Keine leichte Übung, doch die 19 Teams aus je einem Piloten und einem Co-Piloten wollen nichts weniger, als Deutsche Meister werden. Am Freitag hat im baden-württembergischen Mengen die Offene Deutsche Hubschraubermeisterschaft begonnen.

"Hilfsmittel wie GPS sind beim Navigationsflug tabu, die Piloten fliegen nur nach Kompass", erklärt Hubert Gesang vom Deutschen Hubschrauberclub, der die Meisterschaft organisiert. Teams aus Deutschland, der Schweiz, Russland und Großbritannien kämpfen um die Titel des dreitägigen Wettkampfs.

Ruhiges Handeln ist gefordert

"Der Navigationsflug ist am schwierigsten", sagt Pilot Jano von Zitzewitz, der die Starts der Konkurrenten beobachtet. "Man muss alles unter extremem Zeitdruck machen." Der 48 Jahre alte Hamburger fliegt seit gerade mal zwei Jahren Hubschrauber und startet zum ersten Mal bei den Meisterschaften. Zwei Stunden vor seinem Start wird er langsam nervös. Dabei ist Nervosität das Letzte, was ein Pilot haben darf.

"Ein Hubschrauberpilot muss sich gut konzentrieren und ruhig und überlegt handeln können", sagt er. Für von Zitzewitz sind vor allem der Schwebeflug und das sogenannte Fender-Rigging Herausforderungen. Dabei muss der Co-Pilot dreimal einen Fender - eine Art großen Luftballon - in drei Kunststofftonnen versenken. Das ist Millimeterarbeit für den Piloten und seinen Kollegen im Cockpit.

300 Euro für eine Stunde im Helikopter

Viel Gelegenheit zum Üben hatte Hobbypilot von Zitzewitz nicht, denn eine Flugstunde im Helikopter kostet rund 300 Euro. Das können sich viele der Piloten nicht allzu oft leisten. "Wir werden die Übung heute erst zum zweiten Mal fliegen", sagt er. Gemeinsam mit Markus Haake tritt er in der Anfängerklasse an.

Bei dem Wettbewerb geht es dabei nicht nur um die Deutsche Meisterschaft. Die Teams haben auch die Chance, sich für die Nationalmannschaft ihres Landes zu qualifizieren - und 2011 bei der Weltmeisterschaft in Russland anzutreten.

Quelle: n-tv.de

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