Dienstag, 09. Februar 2010
Einzigartig in Europa: Moritzburg restauriert Federtapete
Eine Federtapete aus dem Fasanenschlösschen in Moritzburg bei Meißen soll in den kommenden Jahren aufwendig restauriert werden. "Die Wandbezüge aus dem 18. Jahrhundert sind europaweit einzigartig", sagte ein Museumssprecher in Dresden. Im Dresdner Stadtmuseum werden die wertvollen Wandbezüge aus einheimischen Vogelfedern aufgearbeitet - eine 2,35 Meter lange und 51 Zentimeter breite Probebahn sei bereits fertig. Rund 300 Stunden haben die Restauratoren dafür benötigt. Die gesamte Restaurierung der Federtapete wird rund 170.000 Euro kosten. Für weitere 430.000 Euro sollen auch die Stroh- und Seidentapeten des um 1770 erbauten Fasanenschlösschens restauriert werden.
Die Arbeit an der Federtapete ist eine Geduldsarbeit: Mit einem Spezialstaubsager mussten die alten Federn gereinigt werden, bevor die Restauratoren mehr als 5000 neue Vogelfedern auf die Originalgröße zuschneiden und einzeln auf das Leinengewebe aufkleben konnten. Für die insgesamt rund 17 Quadratmeter große Tapetenfläche sind etwa 21 Kilogramm Gänsefedern und 18 Kilogramm Fasanen- und Pfauenfedern nötig. Um die gesamte Tapete wieder in den Originalzustand zu versetzen, rechnen die Spezialisten mit mindestens 4500 Arbeitsstunden.
Ursprünglich hing die weiß-rot gestreifte Federtapete in den Schlafgemächern von Friedrich August III., der im Moritzburger Fasanenschlösschen residierte. "In drei Jahren soll die Tapete dort wieder die Wände schmücken", sagte Christa Röthle vom sächsischen Immobilien- und Baumanagement.
dpa
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