Panorama

Georgischer ProtestsongMoskau kritisiert "Rowdytum"

20.02.2009, 14:43 Uhr

Russland kritisiert vor dem Eurovision Song Contest im Mai in Moskau den georgischen Protestsong gegen Regierungschef Wladimir Putin als "Rowdytum".

Russland hat vor dem Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Moskau den georgischen Protestsong gegen Regierungschef Wladimir Putin als "Rowdytum" kritisiert. Es sei bedauerlich, dass die Georgier den in Europa beliebten Musikwettbewerb als Bühne für politische Aussagen nutzen wollten, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Staatsagentur RIA Nowosti. Die Band Stefane & 3G spielt in der flotten Disco-Nummer "We Don't Wanna Put In" mit dem Namen Putin (etwa: "Wir wollen keinen Putin"). Putin gilt seit dem August-Krieg zwischen beiden Ländern als Hauptfeind vieler Georgier.

Regierungssprecher Peskow äußerte die Hoffnung, dass die Georgier doch lieber "ihre reiche und schöne Musikkultur" in Moskau präsentieren als "pseudopolitische Ambitionen". Auch in Georgien stieß der antirussische Beitrag auf Kritik. Die Sängerin Diana Gurzkaja, die im Vorjahr für Georgien angetreten war, forderte Änderungen an dem Wettbewerbsbeitrag.

Die Organisatoren des ESC verwiesen darauf, dass die Europäische Rundfunkunion (European Broadcasting Union) als Veranstalter alle Beiträge nach Einsendeschluss am 16. März offiziell begutachte. "Bis zu diesem Datum kann jedes Land seinen Beitrag ändern oder ersetzen", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Insgesamt treten beim 54. ESC in Moskau 43 Länder zum größten Musikwettbewerb der Welt an - für Deutschland das Duo Alex swings Oscar sings mit dem Swingdance-Titel "Miss Kiss Kiss Bang" des Hamburger Produzenten Alex Christensen ("Du hast den schönsten Arsch der Welt").

Rund 100 Millionen Fernsehzuschauer werden erwartet. Das Finale geht am 16. Mai in der Moskauer Olympia-Halle über die Bühne.