Panorama

Italiens brennendes ProblemMüllberge qualmen in Palermo

01.06.2009, 14:27 Uhr

Nach Neapel hat jetzt auch die sizilianische Hauptstadt Palermo ein brennendes Müllproblem. Weil sich der Abfall in ihren Straßen häuft, zündeten empörte Bürger über Pfingsten mehr als 200 Mülltonnen und -berge an.

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(Foto: AP)

Die Feuerwehren mussten wiederholt ausrücken, um in Flammen stehenden Müll zu löschen, der in einigen Fällen parkende Autos und Häuser in Brand zu stecken drohte. Ausgelöst wurde die Müllkrise von Streiks der Müllabfuhr in der vergangenen Woche. Deren Mitarbeiter gehen nur dann ans Werk, wenn sie die vorgeschriebene Schutzkleidung und Ausrüstung erhalten, die das vor dem Bankrott stehende Entsorgungsunternehmen aber kaum noch stellen kann, wie italienische Medien berichteten.

Eine turbulente Krisensitzung des Stadtrats von Palermo fand am Pfingstsonntag auch keine Lösung. Dem Entsorgungsunternehmen Amia fehlen 150 Millionen Euro. Ein Plan, mit um 35 Prozent höheren Müllgebühren dem Notstand zu begegnen, scheiterte aber vorerst an dem parteipolitischen Hickhack der Kommunalvertreter. Der Gouverneur von Sizilien, Raffaele Lombardo, kündigte deshalb Dringlichkeitsmaßnahmen bereits für den Montag an, um das Problem anzugehen.

Seit vielen Jahren macht die kampanische Hauptstadt Neapel immer wieder Schlagzeilen wegen der zum Himmel stinkenden Müllberge. Dort ist es ein massives Entsorgungsproblem, dem die Regierung von Silvio Berlusconi mit neuen Deponien und Verwertungsanlagen begegnen will.

Quelle: dpa/AFP